Kalenderblätter würdigen den Mäzen Gustav Vorsteher

Der Heimatverein Wetter stellt seinen ersten Kalender vor: Peter Vohrmann und Dr. Klaus Becker (re.) mit dem Gustav-Vorsteher-Kalender
Der Heimatverein Wetter stellt seinen ersten Kalender vor: Peter Vohrmann und Dr. Klaus Becker (re.) mit dem Gustav-Vorsteher-Kalender
Foto: WP
Der Heimatverein bringt erstmals einen Kalender heraus, der in Bild und Wort an Gustav Vorsteher erinnert. Die Idee dazu lieferte Peter Vohrmann, weil sich in diesem Jahr der Todestag des großzügigen Unternehmers zum 100. Male jährt.

Wetter..  „So etwas hat es bei uns noch nicht gegeben“, sagt Dr. Klaus Becker als Vorsitzender des Heimatvereins Wetter. Stolz zeigt er das Premierenwerk: einen Kalender, der in Bild und Wort an Gustav Vorsteher erinnert. Die Idee dazu lieferte Peter Vohrmann, weil sich in diesem Jahr der Todestag des Unternehmers und Mäzens zum 100. Male jährt.

„Das ist eine Würdigung für diesen wirklich bedeutenden Mann“, so Klaus Becker. Er selbst kenne nur zwei Menschen, „die alles für ihre Stadt geben oder gegeben haben“. Einer sei der dänische Schiffsreeder Michael Jebsen, der andere Gustav Vorsteher. Viele Wochen lang trug Becker Fotos zusammen, suchte und fand kundige Wetteraner, die - falls notwendig - die richtigen Informationen zu den Bildern lieferten.

Es gibt viel zu entdecken in dem neuen Kalender: Etwa das Geburtshaus Gustav Vorstehers; ein Fachwerkhaus, das einst gegenüber der Sparkasse an der Kaiserstraße stand. Oder sein Gärtnerhaus, das der Unternehmer im Jahr 1898 in der (heutigen) Gustav-Vorsteher-Straße bauen ließ. Auch die Lutherkirche fügt sich in den Bilderreigen - weil Gustav Vorsteher im Jahr 1905 für den Neubau des Gotteshauses 5000 Goldmark spendete. Der Grund: Vorstehers Großvater, der in ärmlichen Verhältnissen lebte, hatte einst eine bescheidene Rente von der Luthergemeinde bekommen.

An eine weitere großzügige Schenkung erinnert das Kalenderblatt im April: Für das Gebäude des ehemaligen Krankenhauses in der Gartenstraße, einst eine evangelische Stiftung, hatte Vorsteher das Grundstück gekauft und es 1889 seiner Gemeinde Wetter geschenkt.

Aus der Villa wurde ein Bürgerhaus

Natürlich findet sich auch ein Foto, das die Villa von Anna und Gustav Vorsteher an der Kaiserstraße zeigt. Erbaut wurde sie 1895; heute ist sie das Bürgerhaus der Stadt, in dem Tagungen, Versammlungen und auch - gegen Gebühr - private Feste stattfinden. Im Urlaubsmonat Juli findet sich denn auch ein Erinnerungsfoto von der Nordsee, wo Vorsteher mit Frau und Nichte Maria Rüping um 1910 Erholung suchte.

Nicht fehlen darf ein Foto vom Empfang des Kaisers am Bahnhof Wetter am 10. August 1909 und vom wetterschen Rathaus - ebenfalls eine Spende Vorstehers an die Stadt. Sein Lebensbuch schließt sich auf dem letzten Kalenderblatt: Es zeigt Fotos vom Familiengrab in der Bornstraße. Gustav Vorsteher starb am 5. Dezember 1914. Der Heimatverein pflegt die Familiengruft.

Auf zwölf Monatsblätter verteilt, ergeben Bilder und Texte in ihrer Gesamtheit eine ansprechende Erinnerung an Vorstehers Leben - und ganz besonders an seine großzügigen Schenkungen an die Bürger der Stadt Wetter. Komplettiert wird diese Hommage an den Ehrenbürger der Stadt Wetter mit einer Biografie, die hinter dem letzten Kalenderblatt zu finden ist.

„Neben den Bildern bleibt noch genug Platz, um Geburtstage einzutragen“, sagt Klaus Becker schmunzelnd. 500 Exemplare des „Gustav Vorsteher“-Kalenders im Din-A-4-Format sind ab sofort zu haben - unter anderem in der Bücherstube Draht, der Heimatstube des Vereins an der Heilkenstraße und bei den Türmern am Harkortturm. Sechs Euro kostet ein Kalender, davon geht ein Euro in die Turmkasse für die Sanierung des Bauwerks.

Heute hält Becker um 17.30 Uhr einen Vortrag über Vorsteher im Burghotel Volmarstein.

 
 

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