Hochzeits-Chaos in der Lichtburg

Probe beim Koffertheater für das Stück "Zu früh getraut". Foto: Kim Reichard
Probe beim Koffertheater für das Stück "Zu früh getraut". Foto: Kim Reichard
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Wetter.. Was passiert, wenn die eigene Hochzeit kurz bevor steht, man auf dem Junggesellenabschied aber sturzbetrunken das Mädchen aus der Torte heiratet? Eine irrwitzige Komödie entsteht!

Das Koffertheater präsentiert diese Saison zum ersten Mal ein Stück des Autors Klaus Mitschke aus Wetter, der sich die entscheidenden „Was wäre wenn?“-Fragen stellte und zu Papier brachte.

In Mitschkes Stück „Zu früh getraut“ stehen der junge Arzt David und seine Verlobte Vanessa kurz vor der Eheschließung. Doch am Tag vor der Hochzeit - Davids Jungesellenabschied - heiratet er Florence, das Mädchen aus der Torte, und stellt dies am Hochzeitsmorgen verkatert fest. Die Ehe muss natürlich schnellsten annuliert werden, doch steht auch schon die echte Braut samt Familie vor der Tür. Nun muss der verzweifelte David zusammen mit seinem besten Freund Ian zwischen den Gästen jonglieren, seine freizügige Tortenfrau als Cousine ausgeben und ihre Mutter als Nonne. Wenn dann auch noch ein tauber Hamster hinzukommt, ist jeder dem Wahnsinn nahe und viel Spaß für das Publikum garantiert.

Geprobt wird das Stück schon seit Anfang Juli, nun steht die heiße Endphase an, denn die Premiere findet bereits nächste Woche Freitag statt. Wieder mit dabei ist das Stamm-Ensemble des Koffertheaters aus Wetter und Herdecke, zu dem auch Regisseurin Sabine Gruß gehört. Ihr gefällt an dieser Komödie besonders der Wortwitz und der britische Humor. „Der schnelle Wechsel zwischen den Stimmungen der Charaktere ist großartig. Dabei werden auch viele absurde Ideen ausgespielt“, erklärt Gruß, die schon seit 14 Jahren beim Koffertheater mitwirkt und diesmal als Regisseurin hinter der Bühne sowie in einer Nebenrolle auf der Bühne tätig ist.

Mitschke, der seit 1987 beim Koffertheater im Rampenlicht steht, hält sich diesmal bescheiden im Hintergrund: „Ich habe bloß das Drehbuch geschrieben und halte mich sonst aus der Inszenierung heraus. Da vertraue ich Sabine vollkommen.“ Darüber freut sich Sabine Gruß auch besonders: „Es ist ein wahres Geschenk, dass Mitscke uns so freie Hand zur Interpretation lässt. Dabei bleibt es natürlich Klaus’ Stück, aber in unserer Inszenierung.“

Großen Spaß hatte der Autor beim Schreiben der Figuren und deren Entwicklung. „Natürlich werden hier auch Stereotypen bedient. Der beste Freund ist zum Beispiel sehr vorlaut, Davids Vater sehr naiv. Und dann gibt es noch die ,armen Schweine’, die zum Ende hin im Stück auftauchen und in all dem Chaos gar keine Chance mehr haben und durchdrehen“, erklärt Mitschke. „Weltverändernd ist das Stück natürlich nicht. Wir präsentieren dafür aber eine wirklich tolle Unterhaltung, bei der wir den Zuschauern die Chance geben, für einen Abend aus dem Alltag zu entfliehen und viel zu lachen.“

Dass alle Beteiligten dieses Projekt nur als Hobby neben dem eigentlichen Beruf ausüben, ist natürlich sehr zeitaufwendig und kräfteraubend. Aber der Spaß daran lässt all den Stress vergessen. Vor allem Gruß schwärmt von ihrer Leidenschaft für das Koffertheater: „Wenn ich auf der Bühne stehe und die Leute lachen, dann hab ich das freudige Gefühl, dass es sitzt. Es sind diese goldenen Momente, bei denen einfach alles zusammenpasst. Wer hat das schon bei seinem Hobby? Auf der Arbeit hab’ ich niemanden, der mir Beifall klatscht, weil ich etwas gut gemacht habe.“

Von diesem Spaß am Spiel können sich alle Theaterbegeisterten ab dem 11. November selbst überzeugen.

 

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