Hochzeit löst Riesen-Chaos aus

Koffertheater-Premiere "Zu früh getraut" in der ausverkauften Lichtburg. Foto: Kim Reichard
Koffertheater-Premiere "Zu früh getraut" in der ausverkauften Lichtburg. Foto: Kim Reichard
Foto: WR

Wetter.. Ein tauber Hamster ist die perfekte Ausrede für alles. Das lehrt zumindest die neue Komödie des Koffertheaters, die in der ausverkauften Lichtburg ihre grandiose Premiere feierte.

Dabei handelt es sich bei „Zu früh getraut“ um das erste aufgeführte Theaterstück des Wetteraners Klaus Mitschke, der selbst seit 1987 als Schauspieler zum Koffertheater-Ensemble gehört. Und es wird hoffentlich nicht das letzte Stück von ihm sein, denn Mitschke scheint ein Händchen für temporeiche Komödien zu haben, bei denen jede Pointe ein Treffer auf die Lachmuskeln ist.

Seine Hauptfigur David wacht am Tag vor seiner Hochzeit total verkatert auf und stellt fest, dass er an seinem Junggesellenabschied das Mädchen aus der Torte geheiratet hat. Nun muss die Ehe schnellstens annulliert werden, bevor seine Verlobte Vanessa und die Hochzeitsgäste etwas von dem Fauxpas erfahren. Zur Seite steht ihm dabei sein bester Freund Ian, der nicht immer eine Hilfe ist, aber jederzeit einen bissigen Spruch auf den Lippen hat.

Kris Köhler und Nils Findling, die als David und Ian die Hauptrollen spielen, waren vor der Premiere mächtig aufgeregt: „Gerade bei der Uraufführung eines selbst geschriebenen Stückes weiß man nicht, wie es beim Publikum ankommt.“ Doch die Sorge war völlig unbegründet: Das Publikum tobte fast durchgehend vor Lachen, so dass es manchmal schwierig war, nach einem Gag den nächsten Satz zu verstehen. Vor allem der wortkarge Paul hatte es dem Publikum angetan. Er antwortete meist nur einsilbig, löste aber stets brüllendes Gelächter aus.

Dabei lernt man in dem Stück nicht nur etwas über betrunkene Ärzte oder taube Rassehamster mit Stammbaum, sondern auch über selbstständige Wandernonnen, zweieiige Halbgeschwister, Tintenfischorden - und über Torten. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, ist eingeladen, dies auch während des Stückes zu tun.

Keiner weiß mehr, wo ihm der Kopf steht

Die irrwitzige Komödie versinkt zum Abschluss total im Chaos, was auch dem Bühnenbild anzusehen ist. Irgendwann wissen die Figuren nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht und wer mit wem auf welche Weise verwandt oder verschwägert ist. Auch dem Zuschauer fällt es schwer, bei all den Verwechslungen den Durchblick zu behalten. Aber das ist natürlich gewollt - und witzig.

Publikum und Schauspieler waren nach dem Stück jedenfalls gleichermaßen überwältigt. Der Applaus hielt so lange an, dass die Regisseurin Sabine Gruß minutenlang nicht in der Lage war, Dankesworte an das Team auszusprechen. Und Paul-Darsteller Heiko Gleichmann verriet grinsend: „Es ist himmlisch, in der Garderobe schon die ersten Lacher mitzukriegen.“ Auch Hauptdarsteller Kris Köhler wirkte nach der Aufführung erleichtert: „Die zwei Stunden auf der Bühne fühlten sich an wie fünf Minuten. Es ist ein Traum, wenn das Publikum das ganze Stück über durchlacht.“

Wer sich von diesem Angriff auf die Lachmuskeln überzeugen möchte, hat noch an sieben Terminen Zeit dazu.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen