Herdecker sind Partner fürs Personal

Felten Personal Service Herdecke expandiert; Geschäftsführerin Heike Felten und Prokurist Joschka Felten, Sohn von Heike Felten
Felten Personal Service Herdecke expandiert; Geschäftsführerin Heike Felten und Prokurist Joschka Felten, Sohn von Heike Felten
Foto: WP
  • Vor zehn Jahren selbstständig gemacht
  • Heute gibt es fast 400 Mitarbeiter
  • Gute Stundenlöhne für Mitarbeiter

Herdecke..  „Wenn man Mitarbeiter schlecht behandelt, machen sie auch keinen guten Job“, sagt Heike Felten. Mit ihrer Firma Felten Personal-Service will die Geschäftsführerin ein „ganz normaler Arbeitgeber sein“ und vor allem „raus aus der Schmuddelecke Zeitarbeit“. Dabei hat sie dieses Ziel für ihr Unternehmen mit Sitz an der Gahlenfeldstraße 4a ganz offenbar schon erreicht. Was nicht nur die nackten Zahlen belegen.

Vor zehn Jahren machte sich die diplomierte Erziehungswissenschaftlerin Heike Felten (52) in einem kleinen Büro mit zwei Mitarbeitern als Personaldienstleisterin selbstständig. Es folgte die Einstellung der ersten Pflegemitarbeiter im externen Einsatz. Innerhalb eines Jahres wuchs diese Zahl auf 72. Heute beschäftigt Felten 350 Mitarbeiter sowie weitere 30 Büroangestellte. „Unsere Dienstleistungen sind Arbeitnehmerüberlassung und -vermittlung ausschließlich im Gesundheitswesen“, sagt Heike Felten.

Und erklärt, was sich hinter dem Begriff Arbeitnehmerüberlassung verbirgt: „Das sind Mitarbeiter, die bei uns einen festen Vertrag haben und langfristig extern eingesetzt werden. Dazu gehören Krankenschwestern ebenso wie Altenpfleger oder medizinische Fachangestellte, Heilerziehungspfleger, OP- und Intensivkräfte, aber auch Pflegeassistenten und Leute, die nur eine kleine Schulung gemacht haben bzw. die nur angelernt sind. Wobei sie dann immer noch einen schwierigen Job machen“, erklärt die Unternehmerin. Aus diesen Berufsgruppen setzen sich die Mitarbeiter für externe Dienste in Krankenhäusern, Alteneinrichtungen etc. zusammen. Die Personalvermittlung beziehe sich im wesentlichen auf den Führungskräftebereich. „Einrichtungen fragen bei uns an, etwa nach Pflegedienstleitern oder einer Chefarztsekretärin, und wir suchen die geeigneten Bewerber. Wir treffen dann eine Vorauswahl und stellen die Bewerber vor, die aber dann vom Krankenhaus oder einem anderen Arbeitgeber angestellt werden.“„Durch unsere Vermittlung kommen viele Menschen in Arbeit“, sagt Joschka Felten (30). Der Sohn von Heike Felten ist vor zwei Jahren als Prokurist in das Familienunternehmen eingetreten und will langfristig auch die Leitung unternehmen. „Manche Mitarbeiter, die von uns überlassen werden, lernen etwa in einer Pflegeeinrichtung ihren Job kennen und bleiben dann auch dort.“

Flexibilität ist gefragt

Auf diese Weise sei ihre Firma schon für viele Leute ein Sprungbrett oder eine Brücke in einen Job gewesen. „Wobei wir auch Mitarbeiter haben, die schon seit acht Jahren für uns arbeiten und die einfach die Abwechslung mögen. Oder die es schätzen, sich stets aus einem betriebsinternen Clinch heraushalten zu können, weil sie ja bei uns angestellt sind“, erklärt Heike Felten. Zudem biete sie auch vielen Wiedereinsteigern eine Chance: „Wir sind mutiger als andere. Der Älteste, den wir jetzt eingestellt haben, ist 70 Jahre alt. Der will seine Rente aufbessern.“ Auch jungen Leuten, die nach ihrer Ausbildung noch nicht genau wüssten, ob sie lieber im Altenheim oder im Krankenhaus arbeiten möchten, biete ihre Firma Chancen: „Bei uns kann man verschiedene Bereiche kennenlernen und sich dann entscheiden. Im Gesundheitsbereich werden immer Arbeitskräfte gesucht, deswegen ist die Lage gut.“ Zudem verdienten ihre Mitarbeiter gut, „teilweise besser als im Krankenhaus“, versichert Heike Felten. Das Bild vom schlecht bezahlten Zeitarbeiter habe sich in den letzten Jahren „komplett gedreht“: „Dass unsere Mitarbeiter manchmal mehr verdienen als etwa die Kollegen im Krankenhaus, können wir mittlerweise gegenüber unseren Kunden durchsetzen. Das ist schön für unsere Mitarbeiter. Denn sie müssen flexibel sein und stets ihren Mann bzw. ihre Frau stehen, was auch nicht immer einfach ist“, weiß die 52-Jährige. Als Gegenleistung gebe es gute Stundenlöhne, Fahrgeld und teilweise sogar einen Fahrdienst zur Arbeit.

Heike und Joschka Felten legen Wert auf eine familiäre Unternehmensführung. Ihre Wertschätzung für die Mitarbeiter drückt sich unter anderem in gemeinsamen Sommerfesten, Zoobesuchen und Weihnachtsbaumschlagen aus. Und zum zehnjährigen Bestehen der Firma sind alle zu einer großen Party eingeladen.

 
 

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