Herdecke rückt ran an die Ruhr, Wetter hält Distanz

Obwohl es verboten ist, wird in der Ruhr bei Wetter munter gebadet.
Obwohl es verboten ist, wird in der Ruhr bei Wetter munter gebadet.
Foto: WP
In diesen heißen Tagen zieht das Wasser der Ruhr Mensch und Tier in Wetter und Herdecke an. Offizielle Badestellen gibt es nicht.

Wetter/Herdecke..  Es ist heiß. Sehr heiß. Und das Wasser der Ruhr verspricht Abkühlung. Doch baden sollte man in dem Gewässer nicht. Auch wenn es von den Städten nicht ausdrücklich verboten wird. Nach der europäischen Badegewässerverordnung müssen ausgewiesene Badeplätze bestimmten, vor allem hygienischen Kriterien genügen. „Das passt an der Ruhr noch nicht ganz“, sagt Markus Rüdel, Sprecher des Ruhrverbandes. Doch gebe es ein Forschungsprojekt zum Thema Baden in der Ruhr. „In Essen hat sich nun eine Initiative gebildet, die eine Badestelle einrichten will.“ Auch einen Kriterienkatalog zum Thema „Baden im Fluss“ gebe es bereits. Das ist auch notwendig, denn Flussbaden ist in Deutschland kaum etabliert. „Deutschandweit gibt es vielleicht zwei oder drei offizielle Badestellen im fließenden Gewässer“, so Rüdel. Anders verhält es sich an den Talsperren. „Im Bereich des Ruhrverbandes kann in einige Talsperren an den Ruhrzuflüssen geschwommen werden“, so Rüdel.

Gebadet wird in der Ruhr dennoch. Jeden Tag treffen sich in Wetter Erwachsene, aber auch Jugendliche und Familien mit Kindern an der so genannten Kieselbank hinter dem Ruhrbogen, um zu picknicken, aber auch um zu baden. Kontrolliert wird dies seitens der Stadt nicht. „Wir wollten im Frühjahr 2014 ein Verbot durchsetzen, doch der Rat hat dagegen entschieden“, sagt Stadtsprecher Jens Holsteg. Lediglich im Rahmen der Ordnungspartnerschaft seien Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei von Zeit zu Zeit auch am Ruhrufer, auch um auf die Gefahren hinzuweisen.

Wenn schon Menschen nicht baden dürfen, dann wäre aber doch ein freier Zugang zum Wasser zumindest für die Besitzer von Vierbeinern schön. Doch in Wetter versperren Zäune zum Beispiel die ehemalige Panzerrampe an der Friedrichstraße. Herdecker Fiffis dürfen dagegen an der neugestalteten Ruhr­aue bequem über eine Rampe ans und ins Wasser. Gilt da zweierlei Maß?

„Nein“, sagt Britta Balt vom Ruhrverband. Es gebe nur unterschiedliche Verantwortliche. Der Ruhrverband ist dafür zuständig, dass die Anlieger der Ruhr mit Wasser versorgt werden. Für die Uferbereiche und die jeweilige Nutzung seien wiederum die Kommunen zuständig. Lediglich die Stauseen und Talsperren gehören dem Ruhrverband, und damit auch der Zugang zur Ruhr am Obergraben. „Hier haben wir festgestellt, dass die Rampe glitschig werden kann“, so die Verbandssprecherin. Jemand könne abrutschen und ins Wasser fallen. „Und es gibt auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.“

Slipstelle und Stege

Die Rampe in Herdecke – sie ist ein wenig flacher angelegt – fällt in die Verantwortung der Stadt. Offiziell ist es eine Slipstelle für die Feuerwehr, um Boote zu Wasser zu lassen. Doch dieser Zugang und auch die Stege im Wasser sind von der Stadt bewusst in die Gestaltung der Ruhraue einbezogen worden. Stadtsprecher Dennis Osberg: „Es gibt keine Zäune, weil wir die Stadt näher an den Fluss bringen wollten.“

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