Grundschule Schraberg erkundet Landschaftsschutzgebiet

Kinder der Grundschule Schraberg freuen sich über eine Vereinbarung mit der Familie Schulte-Trux, dem Bund für Vogelschutz und der Bürgerinitiative Semberg, dass sie das Landschaftsschutzgebiet Peddenhohl für den Unterricht nutzen können.
Kinder der Grundschule Schraberg freuen sich über eine Vereinbarung mit der Familie Schulte-Trux, dem Bund für Vogelschutz und der Bürgerinitiative Semberg, dass sie das Landschaftsschutzgebiet Peddenhohl für den Unterricht nutzen können.
Foto: Steffen Gerber
  • Nach längerer Vorbereitung wurde nun Vereinbarung unterzeichnet
  • Kinder können Gebiet entlang der Nierfeldstraße und Erdbrügge erforschen
  • Bäume und Tiere ermöglichen neue Unterrichtsformen

Ende..  Wer nicht viel über den Ost­ender Bach oder die Natur im Gewerbegebiet Loerfeld weiß, kann bald bei der Grundschule Schraberg nachfragen. Dank einer Vereinbarung dürfen sich die Kinder auf spannende und anschauliche Freiluft-Unterrichtsstunden im Landschaftsschutzgebiet Peddenhohl freuen. Die dortigen Grundstücksbesitzer, die Familie von Jörg Schulte-Trux sowie der Bund für Vogelschutz und Vogelkunde Herdecke/Hagen, vereinbarten im Beisein der Bürgerinitiative Semberg eine Art Patenschaft für das Gebiet entlang der Nierfeldstraße und Erdbrügge.

Auf diesen knapp 16 000 Quadratmetern waren Grundschüler gelegentlich schon während des Sachunterrichts, am Forschertag oder bei Projekttagen unterwegs. „Wir haben da Müll gesammelt, nicht nur das Wasser dort hat eine hohe Anziehung auf die Kinder“, berichtet Schulleiterin Sabine Jessinghaus. Der große Vorteil: Dieser Naturerfahrungsraum liegt nur wenige Gehminuten von den Klassenräumen entfernt. Und bietet einiges: Hier konnten sich seit Jahrzehnten Pflanzen ausbreiten, so dass Kinder in dem Mischwald viel über Bäume wie Eichen, Buchen, Erlen oder Nadelhölzer und verschiedene Farne lernen können. Auch das Feuchtgebiet bietet zahlreiche Beobachtungsgelegenheiten.

Und dann ist da ja auch noch die Tierwelt. „Amseln, Meisen, Buchfinken, Rotkehlchen oder auch die Mönchsgrasmücke sind dort zu sehen“, erklärt der Ornithologe Timothy Drane als Vorsitzender des Vogelschutz-Bundes, dem ca. 3700 Quadratmeter des Areals gehören. Auch Fledermäuse seien dort in der Dämmerung unterwegs. „In dem Gebiet gab es früher eine Fichtenschonung, ehe wir es übernommen haben und eine natürliche Vegetation entstehen ließen“, berichtet Gerd Jäger, der vor Jahren dem Vogelschutz-Bund vorstand. Dieser will mit den Schraberg-Grundschülern auch Exkursionen unter fachkundiger Anleitung umsetzen.

Einen Teil der rund 3300 Büsche, Bäume und Sträucher kennt auch Detlef Plett von der Bürgerinitiative Semberg. Er war mit einigen Grundschülern im Mai in dem Landschaftsschutzgebiet unterwegs und überreichte nun mit weiteren Vertretern der Initiative wie Gisela Heuer einen Weidenkorb als Nistplatz für Vögel an die Kinder. Den kann nach Ansprache („Die Grundschüler können ja den richtigen Platz dafür auswählen“) ein Baumkletterer in luftiger Höhe im Peddenhohl befestigen, von der Größe würde ein Rotmilan hineinpassen. „Die Hälfte all dieser weltweit vorkommenden Greifvögel brütet in Deutschland. Da es weniger werden, haben wir eine besondere Verantwortung für den sensiblen Rotmilan, zumal dieser bei Nistplätzen sehr empfindlich ist“, meint Drane.

Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung gab es zur Einstimmung auch passende Geschenke von der Bürgerstiftung Herdecke, und zwar ein Buch zum Thema Wald sowie ein Forscherhandbuch für Naturexpeditionen.

Sabine Jessinghaus ist die Freude über die Vereinbarung, die zunächst bis Ende 2017 gilt und die schon vor längerer Zeit besiegelt werden sollte, anzumerken. In dem Landschaftsschutzgebiet ergeben sich für die Lehrer neue Möglichkeiten, lässt sich doch das Lernen sogar mal spontan an die frische Luft verlegen. „Das fördert nicht nur Aspekte wie das soziale Lernen, sondern bringt uns auch inhaltlich voran mit Blick auf Naturkunde oder Biologie“, sagt die Grundschulleiterin. „Für manche Kinder ist heutzutage ja schon eine Birke ein Exot – leider.“

Nistkästen und Insektenhotel

Alle Beteiligten betonen, dass der Nachwuchs wichtige Naturerfahrungen sammeln und beispielsweise über den Bau von Nistkästen auch Verantwortung übernehmen kann. Und den Vorschlag, ein Insektenhotel zu bauen und ebenfalls im Peddenhohl anzubringen, finden schon jetzt alle gut.

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