Grüne kritisieren „Gewerbegebiet-Hinterzimmergespräche“

Mit einem Transparent machen die Stork-Gegner wieder auf sich aufmerksam.
Mit einem Transparent machen die Stork-Gegner wieder auf sich aufmerksam.
Foto: WP
Karen Haltaufderheide (Grüne) mutmaßt, dass sich der Bürgermeister und die „neue Koalition der Willigen“ Argumentationshilfe beim RVR hätten holen wollen.

Wetter.  „Wenn es dem Bürgermeister um eine Diskussion zu Gewerbegebieten auf Faktengrundlage geht, ist es sehr bedauerlich, dass diese Fakten nur in Hinterzimmergesprächen mit SPD und FDP besprochen werden“, nimmt Grünen-Sprecherin Karen Haltauf­derheide Stellung zur Berichterstattung über fehlende Gewerbeflächen in der Stadt. „Das Vorgehen legt den Verdacht nahe, dass man sich den Gegenargumenten nicht aussetzen möchte oder nicht gewachsen fühlt. Schade um diese vertane Chance.“

Gefährliche Verbindung

Anscheinend hätten sich der Bürgermeister und die neue Koalition der Willigen zum Stork Argumentationshilfe beim RVR holen wollen. „Dazu sei deutlich erklärt, dass der RVR nichts mit dem geplanten Gewerbegebiet Am Stork zu tun hat. Ob dieses Gewerbegebiet entsteht, entscheiden allein die Bürger und die Politik in Wetter“, so Haltaufderheide.

Wenn der RVR in Sachen Gewerbegebiete nach Wetter komme, gehe es um die Planung interkommunaler Gewerbegebiete. Also nicht um den Stork, sondern um die Vordere Heide, die als weitere Gewerbefläche in den Regionalplan aufgenommen werden soll. „So wie sich der Bürgermeister der Hilfe des RVR für die Durchsetzung des Stork bedient, wird der RVR anschließend als Gegenleistung die Durchsetzung der Vorderen Heide als interkommunales Gewerbegebiet einfordern“, sehen die Grünen einen „gefährlichen Deal“. Der Bürgermeister rudere ja bei seinem Widerstand gegen die Vordere Heide schon zurück.

„Es ist richtig, dass eine interkommunale Planung von Gewerbeflächen sinnvoll ist. Aber bitte nicht über die Köpfe der Bürger und der örtlichen Politik hinweg. Darüber hinaus ist erklärungsbedürftig, warum Wetter ein Gewerbegebiet Vordere Heide entwickeln soll, das keiner will, während Gevelsberg gezwungen wird, die Flächenausweisung für Gewerbegebiete zurück zu nehmen“, fragt die Grünen-Sprecherin. Zudem ergäben sich an der nördlichen Kreisgrenze zur Zeit und in den nächsten Jahren erhebliche Brachflächen, die gemeinsam entwickelt werden sollten.

Formale Fehler

Schließlich werde ein Vertreter des RVR zitiert, der die Verfügbarkeit von Flächen dadurch beeinträchtigt sieht, dass diese ‚mit Re­striktionen behaftet‘ sind. Ein besseres Argument gegen den Stork und die Vordere Heide hätte er gar nicht nennen können. Während die Entwicklung des Stork durch Topografie und Naturschutz so stark eingeschränkt sei, dass sie kaum wirtschaftlich gelingen könne, sei die Vordere Heide mit einer anderen Restriktion behaftet: Das Gelände gehöre einem Landwirt, der dort seinen Betrieb hat.

„Was aber sind die Fakten, die die Diskussion versachlichen sollen?“, fragt Haltaufderheide. Zum Stork habe man nichts gefunden. Dass die Planung Kosten verursacht habe und bisher nicht umsetzbar war, weil die Verwaltung formale Fehler gemacht habe, sei kaum den Gegnern vorzuwerfen.

 
 

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