Geschwister-Scholl-Gymnasium ist Schule ohne Rassismus

Steffen Gerber
Sevgi Kahraman-Brust (rechts) überreichte Schülern in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Urkunde als Schule ohne Rassismus.
Sevgi Kahraman-Brust (rechts) überreichte Schülern in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Urkunde als Schule ohne Rassismus.
Foto: WP
Die 500. Schule ohne Rassismus in Nordrhein-Westfalen ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Fußballprofi Lukas Klostermann ist Pate.

Wetter.  Alle hätten gerne darauf verzichtet, dass die Auszeichnung für das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) als Schule ohne Rassismus durch den Terror in Paris eine ungeahnte Aktualität bekommen sollte. Am Aktionstag und bei der Urkunden-Übergabe verdeutlichten viele Redner und Darsteller, wie wichtig Themen wie Ausgrenzung oder Courage sind.

„Werdet aktiv, bleibt kreativ! Diese Urkunde ist keine Auszeichnung, sondern eine Aufgabe“, sagte Sevgi Kahraman-Brust als Vertreterin der Landeskoordinatorin in der Schulaula. Sie selbst sei Muslimin („Terror hat keinen Gott“) und stellte während ihrer Gratulation an das GSG religiöse Werte wie Liebe, Freundschaft, Respekt und Achtung den feigen Anschlägen aus Paris gegenüber. Bei aller Ernsthaftigkeit und politischer Bewusstseinsbildung sollte aber auch der Spaß an Schul-Projekten gegen Rassismus nicht zu kurz kommen. So gebe es etwa auch landesweite Treffen in Hattingen, wo Profis Jugendlichen die Organisation von Workshops erklären.

Kahraman-Brust begleitet seit 20 Jahren Schulen bei ihrem Kampf gegen Rassismus und freut sich stets, wenn junge Menschen sich engagieren. Das GSG ist nun bundesweit die 1916. Schule mit entsprechender Auszeichnung und die 500. in Nordrhein-Westfalen.

Schulleiterin Ursula Zimmer erinnerte an die Projektwoche im vorletzten Schuljahr, in der die Bestrebungen im Gymnasium für die Anti-Rassismus-Auszeichnung begannen. Vor allem aber zeigten Schüler anhand einiger Projekte, wie verschiedene Klassen gegen Diskriminierung vorgehen und wie sich alle Altersklassen in unterschiedlichen Herangehensweisen auch dem Thema Flüchtlinge nähern. Bis zum kommenden Samstag, wenn der Tag der offenen Tür stattfindet, soll eine Ausstellung im Foyer menschenverachtendes Verhalten veranschaulichen. Zudem lief während der kleinen Feierstunde ein Video, in dem zahlreiche GSG-ler sich zu einem friedlichen Miteinander bekennen. Frei nach dem Motto: Ausgrenzung kann schon im Klassenraum oder auf dem Schulhof stattfinden, dagegen sollen sich alle einsetzen.

Video-Botschaft

Die Schülervertretung zeigte dann ein weiteres Video, um den Paten vorzustellen: Fußballprofi Lukas Klostermann will das Gymnasium in Wetter bei seinen Bemühungen unterstützen. Der gebürtige Herdecker, der in Gevelsberg aufwuchs und über Stationen beim VfL Bochum und RB Leipzig nun U21-Nationalspieler ist, kenne durch seine Stadionerfahrungen die Rassismus-Problematik und sei daher auch als junger Repräsentant aus der Region bestens geeignet.

Zumal mit der Auszeichnung, für die mindestens 70 Prozent aller Schulangehörigen über ihre Unterschrift ein Bekenntnis gegen Rassismus ablegen mussten, auch Aufgaben verbunden sind. So soll es mindestens zwei Projekte jährlich zum entsprechenden Themengebiet geben. Angesichts des vielfältigen Programms gestern sollte das für das GSG zu schaffen sein...