Geschäftsführungswechsel im Krankenhaus in Ende

Im März empfingen kürzlich Geschäftsführer Norbert Böckenhoff (2. von links) und Stefan Schmidt-Troschke  (2. von rechts)  Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke-Ende.
Im März empfingen kürzlich Geschäftsführer Norbert Böckenhoff (2. von links) und Stefan Schmidt-Troschke (2. von rechts) Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke-Ende.
Foto: WAZ FotoPool
Überraschung am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke: Anette Voigt, Alfred Längler und Christian Klodwig folgen „einvernehmlich“ auf die bisherigen Geschäftsführer Norbert Böckenhoff und Stefan Schmidt-Troschke.

Ende.  Paukenschlag in Herdeckes Gemeinschaftskrankenhaus: Am Dienstag steckte der Stiftungsvorstand um Holger Strehlau und Peter Zimmermann die Köpfe zusammen, um den Stabwechsel in der Geschäftsführung des Krankenhauses zu besprechen. Und um gestern zu verkünden: Der kaufmännische und medizinische Geschäftsführer, Norbert Böckenhoff und Dr. Stefan Schmidt-Troschke, übergeben zum 1. Mai die Verantwortung an eine neue Unternehmensleitung.

Christian Klodwig heißt der neue kaufmännische Chef. Dr. Anette Voigt, Leitende Ärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie Dr. Alfred Längler, Leitender Arzt der Pädiatrie und Privat-Dozent, übernehmen die ärztliche Leitung und werden mit ihm und Barbara Yokota-Beuret als Pflegedirektorin die Unternehmensleitung bilden. „Das ist ein normaler Vorgang nach mehr als neun Jahren“, so Zimmermann. Es habe keinen Ärger oder Dissonanzen gegeben.

Auch Pressesprecher Matthias Riepe betonte, dass die Trennung „in einem gegenseitigen Prozess einvernehmlich“ erfolgt sei. Fast zehn Jahre lang haben die beiden scheidenden Geschäftsführer die Geschicke des Krankenhauses gelenkt - eine Zeit mit vielen Veränderungen seit der Einführung der Fallpauschalen. Beide haben „unglaublich viel für das Haus geleistet“, so Riepe.

Laut Mitteilung sei es Böckenhoff und Schmidt-Troschke gelungen, „den ständig steigenden ökonomischen Herausforderungen durch einen kontinuierlichen Anpassungsprozess zu begegnen“. Verständlicher klingt die Formulierung, dass sie sich „immer mit Herzblut und aus Überzeugung für die besondere Aufgabe“ des Krankenhauses eingesetzt hätten. Im zunehmenden Wettbewerb der Krankenhäuser seien in dieser Zeit immer mehr Patienten nach Herdecke gekommen.

Zu Beginn des Jahres legten die Geschäftsführer einen Entwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre vor. „Ich verlasse das Haus nicht, ohne ein Bild für die Zukunft des Gemeinschaftskrankenhauses zu hinterlassen“, sagte Böckenhoff. Schmidt-Troschke, derzeit im Segel-Urlaub, ergänzte: „Das Gemeinschaftskrankenhaus ist ein Ort der Zukunft. Ich wünsche den Mitarbeitern Kraft und Weisheit, es gemeinsam weiter zu entwickeln – menschengemäß, zeitgemäß, geistesgegenwärtig.“

Kontinuität angestrebt

Mit der neuen Geschäftsführung setzt der Stiftungsrat als Aufsichtsgremium laut eigener Aussage auf Kontinuität. Offiziell soll der Stabwechsel bei einer Fachveranstaltung am 15. Mai vollzogen werden. Zu einem Diskussionsforum mit dem Thema „Aktuelle Herausforderungen für die Krankenhäuser“ kommen die Stiftungsratsmitglieder Prof. Günter Neubauer (Gesundheitsökonom aus München) und Johannes Vöcking, Ex-Vorstandschef der Barmer GEK.

Mit Klodwig, zuletzt in Duisburg als stellvertretender Geschäftsführer und kaufmännischer Direktor bei Malteser St. Anna für drei Krankenhäuser, zwölf Senioreneinrichtungen, ein Hospiz und ambulante Dienste verantwortlich, komme ein Betriebswirtschaftler, der im Studium den Schwerpunkt Krankenhausmanagement hatte. Während seines Zivildienstes kam er mit dem Ender Krankenhaus in Berührung. „Dass ich einmal für dieses Krankenhaus Verantwortung tragen würde, habe ich mir damals nicht träumen lassen“, sagte der 40-Jährige.

 
 

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