Gemeinsam gegen die „Monstermasten“ in Herdecke

Die Stromleitungen an der Nierfeldstraße sollen zum Teil deutlich aufgestockt werden.
Die Stromleitungen an der Nierfeldstraße sollen zum Teil deutlich aufgestockt werden.
Foto: WP
Die Bürgerinitiative Semberg kündigt Aktionen an und nimmt die Bewerber für das Bürgermeisteramt in Herdecke in die Pflicht.

Herdecke..  Die Bürgerinitiative Semberg nimmt die lokalen Politiker in die Pflicht, um die Höchstspannungsmasten durch Herdecke zu verhindern.

Amprion habe Großes vor: Masten mit bis zu 87 Metern Höhe überragen alles bisher Dagewesene und zerschneiden die Landschaft, heißt es in einer Stellungnahme der Bürgerinitiative. „Seit 2009 wusste die große Politik von den geplanten Projekten. Warum hat sie damals nicht reagiert?“, fragt Vorsitzender Hartmut Ahlborn. Populistisch wirke es, wenn heute die damals für Herdecke positiven Beschlüsse der Jamaika-Koalition und die amtlichen Stellungnahmen der Bürgermeisterin als große Verdienste heraufbeschworen würden. Entscheidend sei: „Die Argumente von damals konnten letztendlich die Entscheidungsträger nicht überzeugen.“

„Jetzt heißt es Farbe bekennen“, so Hartmut Ahlborn weiter. Die örtliche Politik müsse raus aus der kommunalen Ecke und die Verbindungen zur Kreispolitik, Landespolitk und Bundespolitik nutzen. Es gehe allein darum, heute und jetzt konstruktiv aktiv zu werden. Die Bürgerinitiative Semberg habe den ersten Schritt getan und vom heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Ralf Kapschack bereits ein „Sich-kümmern-wollen“-Signal erhalten.

Die richtigen Signale beim Wahl-Talk

Die Initiative will selbst mit Aktionen in die Öffentlichkeit gehen. Die Anzahl der Betroffenen und der Aktiven in der BI-Semberg werde täglich größer, berichtet Hartmut Ahlborn. Am Mittwoch um 18 Uhr werde eine erfahrene Energieberaterin berichten. Der Ort soll noch bekannt gegeben werden.

Bei ihrem Kampf gegen die Höchstspannungsmasten wünscht sich die Bürgerinitiative auch die Bewerber fürs Bürgermeisteramt an ihrer Seite. „Wir brauchen jetzt Ihre Unterstützung und Strategievorschläge“, appelliert sie an Amtsinhaberin Katja Strauss-Köster und Herausforderer Jan Schaberick. „Ein gemeinsames Vorgehen wäre jetzt wichtig, hilfreich und würde sicher auch honoriert“, fährt Hartmut Ahlborn in der Stellungnahme der BI fort.

Beim Wahl-Talk der Lokalredaktion am Donnerstag der letzten Woche gab es deutliche Anzeichen für eine solche Allianz in der Sache. Katja Strauss-Köster forderte die Bürger zum Widerstand auf, Jan Schaberick wehrte sich ebenfalls gegen die „Monstermasten“. Lesen Sie dazu auch mehr auf Seite 3

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