Friedrich Harkort steht in Wetter vor der Tür

Wo noch ein Kaiser Karl als Ersatzmann steht, könnten bald schon ganz viele Friedrich Harkorts aufgebaut werden: Am Ufer des Harkortsees machen Jörg Aschemeier, Klaus Meyer, Helmut Franzen, Jutta Gentgen, Markus Gödecke und Hans-Peter Götz eine Stellprobe.
Wo noch ein Kaiser Karl als Ersatzmann steht, könnten bald schon ganz viele Friedrich Harkorts aufgebaut werden: Am Ufer des Harkortsees machen Jörg Aschemeier, Klaus Meyer, Helmut Franzen, Jutta Gentgen, Markus Gödecke und Hans-Peter Götz eine Stellprobe.
Foto: WP
Der Lions-Club Wetter will den Industriepionier hundertfach aus Kunststoff gießen lassen. Der Erlös ist bestimmt für den Kinderschutzbund

Wetter.  Was den Aachenern ihr Karl, könnte den Wetteranern ihr Friedrich werden. Aber auch in den umliegenden Städten, in denen der Industriepionier gewirkt hat, hofft der Lions Club Wetter auf Abnehmer für die hüfthohen Figuren von Friedrich Harkort. Mindestens 100 Stück will er herstellen lassen. Für den guten Zweck, und für ein Stück Zusammenwachsen in Wetter.

In Aachen hat Club-Mitglied Helmut Franzen studiert, hier hat er seinen Doktor gemacht, und hier hat er mit über 60 noch einmal einen Job angenommen. In Aachen auch hat er im letzten Jahr den Karl gesehen, genauer: Die Karls. 500 Figuren waren auf dem Platz zwischen Rathaus und Dom aufgestellt. „Das sah einfach fantastisch aus“, wirkt die Begeisterung bei Franzen hörbar nach. Er hat die Erinnerung und die Idee mit nach Hause genommen nach Herdecke und dazu einen Karlskerl in rotem Kunststoff. Im Flur hat er einen Platz gefunden und begrüßt nun jeden Besucher.

Ein schönes Geschenk für 350 Euro

Das könnte auch an vielen anderen Orten in Wetter und Herdecke mit Friedrich Harkort
der Fall sein. Gewerbetreibende, Anwälte, Geschäftsleute oder Unternehmer kann sich der Lions-Club als Abnehmer für einen „Friedrich“ vorstellen. Und verschenken ist natürlich auch erlaubt. Aus der Portokasse sind die Figuren allerdings nicht zu bezahlen. Mit 350 Euro als Verkaufspreis kalkuliert Jörg Aschemeier, der amtierende Clubpräsident. Bei rund 100 Exemplaren macht das nach Abzug der Kosten eine stattliche Summe, die dem Kinderschutzbund vornehmlich in Wetter zufließen soll. Für das Ferienprojekt Waldmaus würde der Verein das Geld gerne nehmen.

Der Erlös ist ein wichtiges Argument beim Verkauf eines Friedrich, aber längst nicht das Einzige. „Friedrich Harkort ist die bedeutendste Gestalt, die Wetter zu bieten hat“, sagt Helmut Franzen. Die mechanischen Werkstätten von Friedrich Harkort sind ein Bein, auf dem das Weltunternehmen Demag steht. Aber auch sonst sind Wetter und Umgebung voller Bezüge zu Friedrich Harkort, wie der Club auf einem Projekt-Flyer zusammengetragen hat: Es gibt den Harkortturm in Wetter, das Friedrich-Harkort-Gymnasium in Herdecke, die Reste der Harkortschen Fabrik in der Freiheit von Alt-Wetter, den Harkortberg über dem Harkortsee, das Haus Harkorten in Haspe – und bald vielleicht auch den Friedrich im respektablen Halbformat .

Weiterer Rückenwind für Wetter

In Aachen hat das gut funktioniert. Die 500 Karls waren verkauft, bevor noch der Erste auf dem Bodenraster seinen Platz gefunden hatte. Und der Kaiser aus Kunststoff hat die Identität der Aachener gestärkt. So stellt sich das der Lions-Club auch für Wetter und die angrenzenden Harkortstädte vor. Der Friedrich im Haus „soll die Menschen stolz machen, dass wir so einen Mann haben“, sagt Franzen. Damit wollen die Lions in Wetter ihrer Heimatstadt zusätzlichen Rückenwind geben – nach der Fertigstellung der Ruhrbrücke, dem Bau des Einkaufszentrums und dem Umbau der Kaiserstraße, zählt Jörg Aschemeier die Meilensteine der jüngsten Stadtentwicklung auf.

Ein Friedrich fürs „Friedrich am See“

Auch für Stadtmarketing eignet sich der Industriepionier in Serienproduktion. Frank Hasenberg hat das schon verstanden: Der Bürgermeister von Wetter hat bereits einen „Friedrich“ für sich reservieren lassen. Und er hat in Aussicht gestellt, dass eine große „Friedrich-Parade“ auch einmal am Wochenende vor dem historischen Bahnhof stattfinden könnte.

Zu den ersten Bestellern zählt auch Jutta Gentgen. Sie lässt gerade am neuen Uferplatz in Wetter ein Café errichten. Der Name? „Friedrich am See“. Das macht den großen Friedrich Harkort noch ein wenig größer und einen eigenen Friedrich im Haus zur Verpflichtung.

 
 

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