Film heute zeigt Gewalt in den Heimen

Helmut Jacob von der Freien Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim
Helmut Jacob von der Freien Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim
Foto: WR

1 Montagabend um 20.15 Uhr läuft im ZDF der Spielfilm „Und alle haben geschwiegen“ über zwei misshandelte Heimkinder. Werden Sie den Fernseher einschalten?

Ja, selbstverständlich schalte ich ein. Für Betroffene ist der Film Pflichtprogramm, weil er der Dokumentation des Geschehens nahe kommt. Wichtig ist, dass dieser Film die zahlreichen Manipulationen des Runden Tisches Heimerziehung thematisiert. Dennoch: Zu hohe Erwartungen sind nicht angebracht.

2 Ordensschwestern, die in kirchlichen Heimen Kinder unterdrücken - kommt Ihnen das bekannt vor?

Ja, aus dem Johanna Helenen Heim, aber auch aus unzähligen Behindertenheimen oder „Erziehungsheimen“ in den Nachkriegsjahrzehnten.

3 Was kann ein solcher Fernsehfilm bewirken?

Der Film trägt dazu bei, die Gewaltexzesse noch einmal der Öffentlichkeit nahezubringen. Allerdings wird es an der Verweigerung von tatsächlichen Opferentschädigungen durch die Täternachfolger oder die betroffenen Einrichtungen, wie in Volmarstein, nichts ändern. Sie bauen auf die biologische Lösung.

Mit Helmut Jacob, dem Mitbegründer der Freien Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim, sprach Redakteur Klaus Görzel

 
 

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