Faustschlag in der Nacht kaum noch aufzuklären

Herdecke..  Mit einem einzigen Schlag sollte ein junger Mann aus Herdecke seinen Gegner zu Boden gestreckt und verletzt haben. Jetzt stand der 22-Jährige wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wetter und beteuerte seine Unschuld.

Vor einer Herdecker Kneipe trafen der 22-jährige Herdecker und sein vermeintliches Opfer Ende April 2014 zufällig aufeinander. Laut Anklage sollte er dem Fremden einen heftigen Schlag ins Gesicht versetzt haben, wodurch der Mann zu Boden gefallen und sich eine blutende Verletzung am Ohr zugezogen haben sollte. Fakt ist, dass er tatsächlich verletzt wurde und seine Brille zu Bruch ging.

Den Vorwurf wollte der Herdecker jetzt vor Gericht so jedoch nicht stehen lassen. An dem Aprilabend habe er mit einigen Freunden vor der Kneipe gestanden, als der stark alkoholisierte Mann herausgekommen sei und sie gefragt hätte, ob sie ein Bier für ihn hätten.

Nicht zugeschlagen

Ruhig und freundlich habe er daraufhin versucht, den Nachtschwärmer wegzuschicken. Der sei sofort aggressiv geworden und habe angekündigt: „Ich esse Dich zum Frühstück.“ Der Fremde habe ihn am Kragen gepackt und habe ihn gegen einen Pfosten stoßen wollen. Also habe er ihn weggeschubst. Aber zugehauen habe er nicht. „Ich bitte Sie, ich würde doch keinen alkoholisierten Mann schlagen.“

Der Gegner, der in dieser Nacht immerhin 2,2 Promille hatte, konnte im Zeugenstand kaum zur Aufklärung beitragen. Gab er damals bei der Polizei noch zu Protokoll, dass sich ihm der Angeklagte und seine Freunde in den Weg gestellt hätten, es zum Streit und dann zu dem Schlag gekommen sei, so erklärte er nun, dass er sich heute lediglich noch an die Jugendlichen erinnern könne. Dann sei es schon dunkel geworden. Daraus habe er den Schluss gezogen, dass es den Schlag gegeben habe.

Unter Umständen hätten weitere Zeugen in dieser Pattsituation für Aufklärung sorgen können, vielleicht hätte es aber auch nur weitere unterschiedliche Versionen zu den Ereignissen der Nacht gegeben. Unter diesen Umständen entschieden Staatsanwaltschaft und Gericht, das Verfahren gegen den jungen Herdecker ohne Auflagen einzustellen. Einen guten Rat gab ihm Richter Heinz-Dieter Beckmann dennoch mit auf den Weg: „Vielleicht ein bisschen vorsichtiger.“

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