Falsche Umweltplakette am Gebrauchten

Herdecke/Wetter..  Aus Profitgier soll ein 49-jähriger Herdecker einem Käufer ein Fahrzeug mit falscher Umweltplakette untergejubelt haben. Mit Folgen: Derzeit muss er sich wegen Betrugs und Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht Wetter verantworten. Er will sich zu dem Vorwurf nicht äußern.

Der BMW, den der Herdecker über ein Internetportal offerierte, schien genau das zu sein, was der Käufer aus Niederkrüchten suchte. Er erhielt den Zuschlag für 3950 Euro. Für den Mann, der geschäftlich regelmäßig Termine in deutschen Großstädten wahrnimmt, war die grüne Umweltplakette ein entscheidendes Argument, den Wagen zu erwerben.

Das böse Erwachen kam, als ihm das Straßenverkehrsamt bei der Ummeldung eine neue Plakette verweigerte. Dieses Fahrzeug, so der ernüchternde Hinweis, erhalte lediglich eine gelbe Plakette. Eine Aussage, die BMW bestätigte. Die Umrüstung sollte ihn 1200 Euro kosten. Als der Herdecker diese Summe nicht übernehmen wollte, erstattete der Käufer Anzeige und erreichte auf zivilrechtlichem Weg bereits, dass der 49-Jährige eben doch zahlen muss.

Im Strafverfahren zog es der Herdecker jetzt vor, komplett zu schweigen. Und auch seine Schwiegermutter, in deren Auftrag er den BMW offenbar veräußerte, machte als seine Angehörige Gebrauch von ihrem Aussageverweigerungsrecht.

„Völlig ahnungslos“

Allerdings lag dem Gericht eine schriftliche Stellungnahme der 66-Jährigen vor. Demnach klebte die grüne Plakette bereits am Auto, als sie es kaufte. Damit, so ihre Versicherung, seien sie und der Schwiegersohn ebenfalls völlig ahnungslos gewesen.

Der Fahrzeugbrief soll jetzt Aufschluss über die vorherigen Besitzer geben. Das Dokument, das den Ausgang vielleicht entscheidend beeinflussen könnte, will der Käufer mitbringen, wenn das Verfahren Ende Mai fortgesetzt wird.

 
 

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