Eurythmie hilft bei Nachsorge von Hirntumoren

Herdecke.  Kinder, die an einem Kleinhirntumor erkrankt waren, können von einer Eurythmietherapie profitieren. Zu diesem Fazit kommt eine Pilotstudie, die in der renommierten englischsprachigen Fachzeitschrift Complementary Therapies in Medicine erschienen ist. Verfasser sind ein Team international anerkannte Wissenschaftler von der Charite/Berlin und der Universität Witten/Herdecke – darunter auch Privat-Dozent Dr. med. Alfred Längler, Leitender Kinderarzt im Gemeinschaftskrankenhaus.

1 Was war die Fragestellung der Studie?

Kinder und Jugendliche, die einen Kleinhirntumor überlebt haben, sind häufig mit weit reichenden neurologischen, emotionalen, Verhaltens- und geistigen Beeinträchtigungen belastet. Auch die Kombination einer konventionellen physikalischen Therapie und Ergotherapie garantiert nicht die volle Genesung.

Komplementäre – zur herkömmlichen Medizin ergänzende – Therapien bieten eine neue Option, die wissenschaftlich überprüft werden muss.

2 Wer und was wurde untersucht?

Probanden waren sieben junge Patienten, die erfolgreich wegen eines Kleinhirntumors behandelt wurden. Sie nahmen über einen Zeitraum von sechs Monaten an 25 Eurythmiesitzungen teil und wurden danach sechs weitere Monate beobachtet. Wir untersuchten ihre kognitiven, neuromotorischen und visumotorischen Fähigkeiten zu Beginn der Eurythmie-Sitzungen sowie nach sechs und zwölf Monaten. Unter Visumotorik versteht man die Fähigkeit, Bewegungen des Körpers oder Teile des Körpers mit dem Sehen zu koordinieren.

3 Was ist das Ergebnis der Studie?

Die kognitiven und neuromotorischen Fähigkeiten verbesserten sich nach sechs Monaten bei allen Kindern, die visumotorischen Fähigkeiten bei fünf von sieben Kindern. Nach zwölf Monaten, d.h. sechs Monate nach der letzten Eurythmiesitzung, waren die neuromotorischen und visumotorischen Fähigkeiten bei den Probanden wieder zu einem gewissen Grad verringert. Mit der Pilotstudie konnten wir erstmals nachweisen, dass Eurythmie bei Kindern und Jugendlichen mit einem Kleinhirntumor in der Nachsorge sinnvoll ist und den Patienten dieser neue Ansatz hilft.

 
 

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