Erfrischendes Trockeneis für alten Sackträgerbrunnen

Der Heimat- und Verkehrsverein Herdecke lässt über Trockeneis den Sackträgerbrunnen in der Hauptstraße reinigen.
Der Heimat- und Verkehrsverein Herdecke lässt über Trockeneis den Sackträgerbrunnen in der Hauptstraße reinigen.
Foto: WP
Startschuss zur Sanierung des Sackträgerbrunnens: Der Heimat- und Verkehrsverein koordiniert die Arbeiten von Fachleuten, etwa mit Trockeneis.

Herdecke..  Die wichtigsten Tiere in Afrika kennen Touristen unter dem Begriff „Big Five“. Übertragen auf Herdecke, gehört der Sackträgerbrunnen neben dem Viadukt, dem Rathaus, der Stiftskirche und den Fachwerkhäusern zu den Wahrzeichen in der Ruhrstadt. Die historische Figur in der unteren Hauptstraße erhält nun eine spezielle Sanierungs-Methode.

Schon seit längerer Zeit sind Wasserschäden an dem 1937 errichteten Bauwerk erkennbar. „Wir wollten der Stadt zur 275-Jahr-Feier in 2014 einen sanierten Sackträgerbrunnen schenken, da dieser seit Jahrzehnten nicht mehr in einem größeren Umfang instand gesetzt wurde“, sagt Christian Münch. Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins kümmert sich seit Monaten in Abstimmung mit der Verwaltung um entsprechende Ideen, wie dies finanziert und dann umgesetzt werden kann.

Während die Bauarbeiten in der unteren Hauptstraße quasi den passenden Anlass boten, spendeten der Lions-Club und Paula Habig als Nachfahrin des Brunnenstifters Heinrich Habig jeweils 2000 Euro, über den Verkauf von Ansteckern mit dem Stadtwappen nahm der Heimat- und Verkehrsverein 1000 Euro ein, weitere 5000 Euro sollen aus der Vereinskasse kommen. Christian Münch: „Wir hoffen, dass wir mit diesen 10 000 Euro auskommen, wobei wir noch nicht den genauen Schaden wissen.“

Diesen sollen nun Fachleute etappenweise ermitteln. Bis voraussichtlich morgen steht ein Gerüst um die Figur, damit gestern zunächst die Baudenkmalpfleger von Restautec geschützt und in Ruhe mit den lauten Sanierungsarbeiten beginnen konnten. Mit Trockeneis reinigte der staatlich geprüfte Techniker Holger Engelhardt den Sackträger oberflächlich von Ruß und Ablagerungen, diese Sprühmethode sei schonender als das lange übliche Sandstrahlverfahren. „Die Empfehlung und den Kontakt zu der Firma bekamen wir über das Freilichtmuseum Hagen“, so Münch.

Leuchtende Figur

Engelhardt konnte seinen Einsatz mit dem Trockeneis bereits gestern beenden. „Wir sind gut durchgekommen und konnten den schön marmorierten Sandstein deutlich aufhellen sowie Platten sauber machen“, berichtete der Baudenkmalpfleger. „Die Figur leuchtet durch das Abstrahlen nun wieder.“

Somit kann in Kürze ein Experte anrücken, der per Stethoskop den genauen Wasserschaden im Inneren des Brunnens ermitteln soll. Zudem legt auch noch ein Maurer Hand an. „Der wird auch Deckplatten und Fugen erneuern, dadurch können wir weitere Schäden erkennen“, sagt Münch. Ein Maler sorgt für den finalenAnstrich.
Die erste Etappe soll bis zum Frühlingsfest am Wochenende abgeschlossen sein“, so der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins. Nächste Woche wollen Maurer und Maler anrücken. Dann gebe es auch Klarheit über die Schadensdimension und Finanzierungsfragen, damit der alte Sackträgerbrunnen in neuer Schönheit erscheinen kann.

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