Empörte Tierschützerin

Foto: ddp WP

Wetter/Herdecke.  Aloysia Merten hat den Weg vom Schmandbruch nach Kirchende in die Redaktion vor Ort auf sich genommen, um endlich einmal ihrer Empörung Luft zu machen. Eigentlich, so die 84-Jährige, habe sie einen Leserbrief schreiben wollen, aber dann zog sie ein persönliches Gespräch doch vor.

„Das ist unerhört“

Die Tierschützerin, die mit anderen Tierversuchsgegnern aus Nordrhein-Westfalen schon in den 1990er Jahren gegen Affenversuche an der Bremer Universität demonstriert hat, ärgert sich über ein aktuelles Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und die Berichterstattung darüber. „Versuche an Affen sind rechtens“ waren die Zeilen am 15. Februar in einer unserer Ausgaben überschrieben. „Das Gericht hat das zwar entschieden und so erklärt, rechtens sind sie deswegen aber noch lange nicht“, meint die Seniorin. Dass eine „renommierte Zeitung“ dies schreibe, gehe ihrer Meinung nach gar nicht.

Sie erinnert sich, dass der Bremer Senat in der Vergangenheit die Tierversuche am Institut für Kognitionsforschung der Bremer Uni zunächst verboten bzw. die Genehmigung nicht verlängert hatte. Doch nachdem der Hirnforscher Andreas Kreiter vor 16 Jahren zur Bremer Uni wechselte und dort immer wieder gegen die Gesundheitsbehörde klagte, sei die Genehmigung für Experimente an Makaken letztendlich wieder erteilt worden.

„Dass solch einem Mann das genehmigt wird, dass gesunde Affen in Käfigen für nichts und wieder nichts leiden und sterben, das ist unglaublich“, so Aloysia Merten. „Dass sich der Mensch so etwas erlauben kann, ist unerhört“, empört sich die 84-Jährige.

Engagement mit Worten

Noch heute unterstütze sie nach Kräften den Bundesverband der Tierversuchsgegner – etwa durch das Sammeln von Unterschriften. „Jahrzehntelang habe ich an Ständen in Hagen und Wetter Aufklärungsarbeit gemacht“, sagt die Wetteranerin. Doch derlei aktiven Tierschutz kann die ehemalige Lehrerin der kaufmännischen Schule in Wuppertal wegen ihres hohen Alters inzwischen nicht mehr betreiben. Mit Worten aber streitet die 84-Jährige noch immer für die Rechte und den Schutz von Tieren.

 
 

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