Duo des DRK Herdecke hilft bei Einsatz in Asyl-Unterkunft

Das Deutsche Rote Kreuz Ennepe-Ruhr schickte Einsatzkräfte zum Sanitätsdienst und zur Verpflegung in eine Bochumer Asyl-Notunterkunft, darunter Jan vor der Brück und Maximilian Leisgen aus Herdecke (links).
Das Deutsche Rote Kreuz Ennepe-Ruhr schickte Einsatzkräfte zum Sanitätsdienst und zur Verpflegung in eine Bochumer Asyl-Notunterkunft, darunter Jan vor der Brück und Maximilian Leisgen aus Herdecke (links).
Foto: Holger Schemionek
Der DRK-Kreisverband übernahm bis Mittwochnachmittag die Versorgung von 150 Asylsuchenden in einer Notunterkunft in Bochum. Darunter auch die Herdecker Jan vor der Brück und Maximilian Leisgen. Und das kurz nach den Misshandlungs-Nachrichten.

Herdecke/Bochum..  Die Anfrage kam am Montag, als ganz Deutschland geschockt über misshandelte Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen diskutierte. Ehrenamtliche Einsatzkräfte der DRK-Kreisverbände Ennepe-Ruhr sollten von Dienstag- bis Mittwochnachmittag für 24 Stunden die ganzheitliche Versorgung von 150 Asylsuchenden in einer Notunterkunft in Bochum übernehmen. Unter den 30 Hilfskräften: Jan vor der Brück und Maximilian Leisgen aus Herdecke.

„Wir wurden gefragt, ob wir einen Krankenwagen besetzen und bei Bedarf Erste Hilfe leisten können. Wir haben uns auf unsere Aufgabe konzentriert, die Misshandlungen waren eigentlich nie Thema“, sagt Jan vor der Brück, für den es der erste Einsatz in einer Flüchtlingsunterkunft war. Die Stimmung in der früheren Lewackerschule im Bochumer Stadtteil Linden sei gut gewesen, so dass der 23-Jährige und weitere Rotkreuzler aus Witten, Gevelsberg, Schwelm und Breckerfeld von einem „normalen Job“ sprachen: „Wir helfen gerne.“

Nach einem vorbereitenden Treffen in Witten fuhren die DRK-Helfer zu ihrem Einsatz in die Notunterkunft, wo sie in der Sanitätsstube Kollegen von der Feuerwehr Bochum ablösten. „Ich würde die Situation vor Ort als entspannt und friedlich beschreiben“, so vor der Brück. Die Asylsuchenden hätten sich viel im Freien aufgehalten, spielten Tischtennis, Feder- oder Fußball. „Wir wurden etwa zum Frühstück freundlich begrüßt und gefragt, ob wir mit Fußball spielen wollten“, erzählt der Rettungssanitäter, der mit dem 24-jährigen Maximilian Leisgen dann im Drei-Stunden-Wechsel auch Nachtwache hielt.

Ansonsten versorgte das Herdecker Duo mit den Kollegen dann Flüchtlinge aus vielen Nationalitäten (vor allem aus Syrien) mit kleineren Wehwehchen wie Bauchschmerzen oder leichteren Sportverletzungen nach einem Fußballspiel. „Wir haben uns auf Englisch verständigt, das klappte mit meinen Schulkenntnissen ganz ordentlich“, so vor der Brück. Alle Patienten konnte das DRK in der Santitätsstube behandeln, der Krankenwagen stand für schlimmere Fälle bereit.

Verschiedene Aufgaben

Holger Schemionek, Lehrrettungsassistent aus Witten, hatte als Zugführer die DRK-Einsatzleitung und damit die Verantwortung für die Einsatzkräfte in enger Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Arnsberg übernommen. Zu den verschiedenen Aufgaben gehörte die Versorgung und Verpflegung, die Ausgabe von Gegenständen des täglichen Bedarfs und Kleidung sowie ein Betreuungsdienst für die 150 Asylsuchenden. „Der Einsatz über mehr als 24 Stunden ist anstrengend“, so Schemionek.

Zu diesem Einsatz in der Nachbarstadt Bochum wurde die Einsatzeinheit „NRW BRA 04“ durch die Bezirksregierung Arnsberg zur überörtlichen Hilfe entsendet. Insgesamt drei Einheiten hält das Deutsche Rote Kreuz im Ennepe-Ruhr-Kreis für die Sicherheit der Bürger im Kreisgebiet und darüber hinaus 365 Tage im Jahr sowie 24 Stunden am Tag mit seinen ehrenamtlichen Helfern vor. „Durch unser komplexes Hilfeleistungssystem können wir die gesamten Ressourcen und Potenziale unseres Verbandes in die Flüchtlingshilfe einbringen“, erklärt EN-Rotkreuzleiterin Tanja Knopp. „Ehren- und hauptamtliche Rotkreuzler arbeiten mit den Behörden und den anderen Organisationen Hand in Hand zusammen, schaffen für die Menschen würdige Bedingungen und leisten großartige, freiwillige Hilfe nach dem Maß der Not.“

Herkunft zweitrangig

Diesen Aspekt betonte auch Jan vor der Brück von der DRK-Ortsgruppe Herdecke. Ob er Flüchtlinge oder andere betreue, sei letztlich zweitrangig. „Wir wollen den Menschen helfen.“ Ob die Asylsuchenden in Bochum unter einem großen Druck wegen ihrer unsicheren Zukunft gestanden hätten oder insgesamt durch die veränderte Sichtweise nach Bekanntwerden der Misshandlungen eine erhöhte Anspannung spürbar gewesen sei, vermag der 23-Jährige nicht zu beurteilen. „Wir gucken den Leuten ja nur vor den Kopf.“

 
 

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