Diva bringt Hollywood-Glanz in die Lichtburg von Wetter

Vier Frauen auf der Bühne: Das Koffertheater feierte eine gelungene Premiere des Stücks „Die Nacht der Nächte" in der Lichtburg Wetter.
Vier Frauen auf der Bühne: Das Koffertheater feierte eine gelungene Premiere des Stücks „Die Nacht der Nächte" in der Lichtburg Wetter.
Foto: Valentin Dornis
Das Koffertheater überzeugte nun in der Lichtburg bei der Premiere von „Die Nacht der Nächte“. In der Eigenproduktion, die im Jahr des 30. Geburtstags entstand, dreht sich alles um eine Hollywood-Diva. Oder anders gesagt: Frauenpower auf der Bühne.

Wetter..  Die Oscar-Verleihungen in Hollywood locken jedes Jahr weltweit Millionen Menschen vor den Fernseher. Ganz so viele waren es am Freitag bei der Premiere der Komödie „Nacht der Nächte“ in der Lichtburg nicht – doch der Saal war trotzdem voll.

Denn zum 30-jährigen Bestehen des Koffertheaters kam ein bisschen Glamour aus der großen Filmwelt in die Harkortstadt: In der Eigenproduktion „Nacht der Nächte“ hofft die Filmdiva Gayle Davenport (gespielt von Annette Montag) auf ihren ersten Oscar. Schließlich ist es ihre mittlerweile vierte Nominierung für den größten Filmpreis der Welt. Und sie ist überzeugt: Ihr aktueller Streifen „Wüstensturm“, in dem sie an der Seite des nun vergebenen Frauenschwarms George Clooney für ihren im Golfkrieg verwundeten Sohn kämpft, ist ein grandioser Film.

Erfolg dank doppelter Unterstützung

Dass diese Diva so erfolgreich ist, hat sie aber mitnichten ihrem einzigartigen Talent zu verdanken: Ohne die Unterstützung ihrer Schwester und Managerin Susan Banks (Janina Weber) würde ihr Stern wohl weniger hell leuchten. Und auch die ausgezeichnete Arbeit ihrer persönlichen Schneiderin Jill McKenzie (Mona Köhler) täuscht die Fans über kleinere - körperliche - Unzulänglichkeiten des Filmstars hinweg.

Der Zuschauer ahnt erst spät, dass hinter dieser empfindlichen, aufbrausenden Schauspielerin mehr steckt als die offensichtliche Oberflächlichkeit. Verständlich – was will man auch von einer Frau erwarten, die einen Plastik-Chihuahua ihren besten Freund nennt? Doch diese Irreführung ist nicht nur der Rolle an sich zu verdanken. Annette Montag spielt diese Rolle so detailverliebt, so laut und direkt, dass die Sympathie des Publikums eher ihrem leidenden Gefolge gilt. Aber es gelingt Montag, zum richtigen Zeitpunkt zu zeigen, welche unerwarteten Seiten noch in ihrer Rolle stecken.

Denn ein Stromausfall sorgt dafür, dass die Diva mitsamt ihrer Managerin, der Schneiderin und dem Zimmermädchen (Maria Sichelschmidt) in ihrem Hotelzimmer eingeschlossen wird. Und das ausgerechnet während der Oscarverleihung. In dieser Extremsituation entladen sich über Jahre aufgestaute Spannungen: Drei Frauen aus der Filmbranche sprechen zum ersten Mal aus, was sie lange hätten sagen wollen.

Hier zeigen auch Janina Weber und Mona Köhler, dass sie ihren Rollen Charakter geben können. Sie setzen unerwartete Pointen, bisweilen reicht ein Gesichtsausdruck. Maria Sichelschmidt fügt sich als naives Zimmermädchen in dieses Dreiergespann gut ein. Am Ende kommt schließlich alles anders als erwartet – mit viel Pathos und Moral, aber zum Glück in gerade noch verträglicher Dosis.

Thriller und Märchen in Kürze

Zum 30. Geburtstag will das Koffertheater-Ensemble in den nächsten Wochen drei Stücke aufführen. Neben der Oktober-Komödie „Nacht der Nächte“ zum Auftakt der aktuellen Spielzeit folgt im November der Thriller „Der unsichtbare Gast“ und im Dezember das Märchen „Alice im Wunderland“.

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