Die Natur mit eigenen Worten eingefangen

Klaus Görzel

Herdecke.  Von gedruckten Büchern gibt es oftmals auch eine vorgelesene Fassung. Ein Hörbuch dieser Art ist „Meine Stadt schreibt ein Buch“ aber nicht. Denn alle Texte werden hier ausschließlich vorgelesen. Eine druckbare Version gibt es nur Online. Jetzt also ist Zeit zum Zuhören. Was zum Erlöszweck passt: Zwei Euro pro verkaufter CD fließen in die Alphabetisierung. Oder anders herum: Wer noch nicht lesen kann, vermag aber sicherlich schon zu hören.

Kapitel „An der Ruhr“

Horst Tepr aus Herdecke ist dem Aufruf aus Hagen gefolgt und hat ein (Vorlese-)Kapitel beigesteuert. In die Redaktion vor Ort im Herdecker Kornspeicher hat er die CD mitgebracht. „An der Ruhr“ heißt sein Text. Und schon der Titel ist typisch für Tepr: Immer wieder ist es die Natur, die er mit Worten einzufangen, zu bändigen, zu konservieren sucht. Und immer wieder landet er mit seinen Gedichten in Textsammlungen auch von bundesweitem Zuschnitt.

Er ist froh, mit seinem Literaturbeitrag etwas für den Kampf gegen den Analphabetismus zu tun. „Das Thema brennt mir auf der Seele“, sagt der Mittsiebziger, der Industriekaufmann war, Lokalpolitiker, Gewerkschafter und Betriebsrat.

Eigene Erfahrung im Betrieb

Wie das ist, wenn Erwachsene für die einfachsten Worte erst einmal die Schulbank drücken müssen, hat er im Betrieb selbst erlebt. Umso mehr freut er sich, dass die Volkshochschule etwas für die Alphabetisierung tut – wie mit der von ihr herausgebrachten CD und den vielen Beiträgen über das Leben an Ruhr und Volme.

Am Ende gibt es doch den ein oder anderen mehr, der dann auch die Namen der Autoren und die Titel ihrer Texte auf dem CD-Einband lesen kann.