Der „Motor ESV“ bewegt viel im Ennepe-Ruhr-Kreis

ESV Jahresempfang. Markus Bachmann, Pfarrer Jürgen Dittrich, Dr. Jörn Kreke, Pfarrer Ulrich Lilie und Hans-Peter Rapp-Frick
ESV Jahresempfang. Markus Bachmann, Pfarrer Jürgen Dittrich, Dr. Jörn Kreke, Pfarrer Ulrich Lilie und Hans-Peter Rapp-Frick
Foto: ESV
Beim Jahresempfang der Evangelischen Stiftung Volmarstein gibt es viel Lob für die Arbeit. Die Kliniken sind gut aufgestellt.

Volmarstein..  Die Autobahnabfahrt Volmarstein mag in den Verkehrsnachrichten den Namen des wetterschen Stadtteils über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen, mit Inhalt füllt dagegen die Evangelische Stiftung diesen Ortsnamen. Ein Umstand, der Stiftungsvorstand Pfarrer Jürgen Dittrich durchaus mit Stolz erfüllt. Und nicht nur ihn. Beim traditionellen Jahresempfang im Berufsbildungswerk (BBW) gab es Lob von vielen Seiten. Und Dank – an die Mitarbeiter und Förderer. „Die ESV ist der Inklusionsmotor im Ennepe- Ruhr-Kreis und weit darüber hinaus“, konstatierte Landrat Arnim Brux. „Sie haben Inklusion schon gelebt, als wir alle von der UN-Behindertenrechtskonvention noch nichts wussten.“

Ein Motor, der vieles vorangetrieben hat. In der Stadt, die sich als Kommune einen „Aktionsplan Menschengerechte Stadt“ verordnet hat, im Kreis, der diesem Vorbild nun folgt und dessen Verwaltung mit einer Behindertenquote von 12 Prozent zu den „sozialsten in NRW gehört“, wie es Brux stolz formulierte. Und der Motor ESV läuft weiter, schiebt zum Beispiel Projekte in der Demenzbetreuung an. „Da gehen Sie mutig voran, einen zukunftsorientierten Weg zu finden, in dem Sie zum Beispiel Demenz-WGs einrichten“, lobte der Landrat.

Vorangehen, ohne die eigenen Grundsätze aus dem Blick zu verlieren, so lässt sich die Arbeit der ESV, zu der der kaufmännische Vorstand Markus Bachmann eine Bilanz des vergangenen Jahres zog, zusammenfassen. Vom Festredner Pfarrer Ulrich Lilie, Präsident des Werkes Diakonie Deutschland, gab es darum auch ein knappes Lob, das Lilie anschließend ausführlich begründete. „Das ist Diakonie, was hier passiert!“, sagte Lilie.

Ökonomischer Druck

Soziale Arbeit habe ihren Anlass in den Lebenslagen und Notsituationen der betroffenen Menschen, fasste Lilie die Motive für Wohlfahrtspflege zusammen. Im zunehmenden Wettbewerb auch im sozialen Sektor gehe es aber nicht nur um eine soziale Dienstleistung, sondern auch immer darum, als Anwalt dieser Klienten durchaus Partei zu ergreifen. Im Spannungsfeld zwischen sozialem Auftrag und notwendigem ökonomischen Erfolg sei das keine leichte Aufgabe.

Was ökonomischer Druck bedeutet, hat auch die ESV im vergangenen Jahr mit ihren Dortmunder Kliniken erfahren müssen. Doch „wir haben mit der Übergabe des Evangelischen Krankenhauses Lüttgendortmund an den Verbund Klinikum Westfalen einen guten Weg gefunden“, so das Resümee von Markus Bachmann. Im übrigen entwickele sich der medizinische Bereich positiv. Die Orthopädische Klinik in Volmarstein steigerte ihr Ergebnis ebenso wie das Krankenhaus in Hagen-Haspe, „das 2014 erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben hat“. Zugleich werde die Leistung der Orthopädischen Klinik Volmarstein von den Patienten überdurchschnittlich gut bewertet. Und für die neu ausgerichtete Fachklinik in Dortmund gelte: „Die Leistungsentwicklung übertrifft unsere Erwartungen.“

Und was bewegt der Motor ESV noch? Die Ausrichtung der Behindertenarbeit zum Beispiel, die die ESV den veränderten Rahmenbedingungen anpasst. Immer häufiger geraten Kinder und Jugendliche mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störungen ins Blickfeld der Therapeuten. Diesem Umstand begegnet die ESV mit der Einrichtung eines Heilpädagogischen Zentrums. (Noch) kein Haus, sondern zunächst ein Konzept für die Betreuung, die die Kinder und Jugendlichen ganzheitlich in den Blick nehmen und Netzwerke entwickeln soll, die über eine spezialisierte Betreuung hinausgehen.

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