Demag/Terex entlässt deutschlandweit 196 Mitarbeiter

Der neue Eigentümer Terex prangt jetzt in großen Lettern neben dem alten Schriftzug der Demag.
Der neue Eigentümer Terex prangt jetzt in großen Lettern neben dem alten Schriftzug der Demag.
Foto: WP
1500 Angestellte von Demag/Terex haben auf einer Betriebsversammlung am Donnerstagnachmittag die bittere Wahrheit erfahren müssen: Der Maschinenbauer baut 196 Stellen ab — deutschlandweit, aber eben auch in Wetter. Angestellte fürchten sich vor einer "Hire and Fire"-Kultur. Der Betriebsrat will kämpfen.

Wetter.. Gerüchte rankten sich um die Zukunft der Demag/Terex in etter: 170 Mitarbeiter, hieß es, sollten gehen. Auf der Betriebsversammlung am Donnerstagnachmittag dann die bittere Wahrheit: 196 Stellen baut das Unternehmen deutschlandweit ab. An der Ausbildung im Betrieb werde "nicht gerüttelt", sagte die Geschäftsleitung

"Die Amis scheinen eine andere Unternehmenskultur zu haben", schimpft ein Mitarbeiter über die Art und Weise der Verkündung des Stellenabbaus. Eine "Hire and Fire"-Kultur drohe dem Unternehmen, alles müsse "schnell, schnell" gehen, klagen Kollegen. In der gut zweistündigen Versammlung erfuhr die Belegschaft, dass nicht nur in Wetter Personal abgebaut wird. In den Bereichen Vertrieb, Entwicklung und Konstruktion sollen insgesamt 196 Angestellte gehen. Der Betriebsrat will kämpfen. Es könnte ein harter Kampf werden — das Wort "sozialverträglich" fiel auf der Betriebsversammlung nicht.

Werk in Wetter "in seinem Lebensnerv getroffen"

In Wetter sind aktuell insgesamt etwa 1500 Mitarbeiter bei der Terex Material Handling & Port Solutions (ehemals Demag Cranes AG) beschäftigt. Es ist der größte Standort des Kranbauers. Der Betriebsrat sieht nun allerdigns "die Sicherheit des Standorts Wetter gefährdet". Das Werk sei "in seinem Lebensnerv getroffen".

Steve Filipov, bei Terex CEO und „President“ des Segments und somit zweithöchste Mann im Konzern, begründet den Stellenabbau mit der "globalen Entwicklung". Die Kran-Industrie sei ein harter Wettbewerb mit sehr instabilen Preislagen.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Hagen verweist auf den bis 2014 geltenden Zukunftstarifvertrag, der eine Standortsicherung und keinen Abbau von Arbeitsplätzen beinhaltet. Der Betriebsrat indes fürchtet, dass genau dieser Vertrag nun unterlaufen wird. In einem Interview am Jahresanfang 2013 hatte Filipov noch an einem seiner ersten Arbeitstage gesagt, dass die Job-Garantien bei Demag Bestand haben. Allerdings enthält der Zukunftstarifvertrag eine Revisionsklausel, dass bei erheblich schlechter wirtschaftlicher Lage Gespräche stattfinden können. Die gab es in den letzten Wochen.

Rückläufigkeit im Geschäftsbericht

Zudem ist im Geschäftsbericht für 2012 für die Demag Cranes AG oft von „rückläufig“ die Rede, etwa bei den Wachstumsraten von Kran-Aufträgen und im Segment Material Handling. Das habe am anhaltenden Preiswettbewerb, an Überkapazitäten, vielen Mitbewerbern und der Finanzkrise gelegen. „Auftragseingang und Umsatz entwickelten sich (...) verglichen mit der entsprechenden Periode des Vorjahres (erstes Geschäftsquartal 2011/2012) rückläufig.“

 
 

EURE FAVORITEN