Computer und Co. haben Suchtpotential

Mediensucht, dieses Thema steht im Mittelpunkt der Aktionstage Sucht im Juni im EN-Kreis.
Mediensucht, dieses Thema steht im Mittelpunkt der Aktionstage Sucht im Juni im EN-Kreis.
Foto: WR
Smartphones und Computer haben ein ähnliches Suchtpotential wie illegale Drogen – darum rücken sie bei den Aktionstagen Sucht im Ennepe-Ruhr-Kreis in den Mittelpunkt.

Wetter/Herdecke..  Der Blick ist bei jedem Weg, bei Tisch, auf der Couch aufs Smartphone gerichtet, was an freier Zeit übrig bleibt, wird vor dem Computer verbracht. Eine Sucht. Da sind sich die Fachleute inzwischen einig. Nicht nur Alkohol und Drogen führen in die Abhängigkeit, auch Medien können süchtig machen. Bei der neuen Auflage der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“, die vom 6. bis 12. Juni in Herdecke, Wetter und dem Rest des Ennepe-Ruhr-Kreises stattfinden, stehen die Themen Medienkompetenz und Mediensucht im Mittelpunkt.

Über 50 Veranstaltungen haben die Initiatoren – die VIA Suchtberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Fachbereich Soziales des Ennepe-Ruhr-Kreises – zusammengestellt, vom Schülertheater über Lesungen bis hin zu Informationsabenden für Eltern. „Dabei kann sich jede Einrichtung und jeder Anbieter aus diesem Bereich beteiligen, wir koordinieren die Termine lediglich“, sagt Andrea Latusek, Suchberaterin bei der VIA-Beratungsstelle. Gemeinsam mit Margarethe Kubitza vom EN-Kreis ist sie überzeugt, dass auch in diesem Jahr ein spannenden und informatives Programm auf die Teilnehmer der Aktionstage wartet.

Andrea Latusek geht es dabei nicht darum, Mediennutzung grundsätzlich zu verteufeln. „Es geht um einen bewussten und sinnvollen Umgang mit der ständigen Erreichbarkeit, mit Spielen und Videos.“

Sie bemerkt auch bei Jugendlichen bereits eine Übersättigung, das Gefühl, dass es zu viel wird. „Da gibt es Kinder, die Klingeltöne hören, wo keine sind, weil sie die ständige Angst plagt, etwas zu verpassen“, so die Erfahrung der Suchtberaterin. Die Erkenntnis, dass es da ein Medium gibt, das den Rhythmus vorgibt, ist ein erster Schritt, sich mit der eigenen Sucht zu befassen.

Bei den Aktionstagen sind allerdings nicht nur Kinder und Jugendliche angesprochen, auch Eltern haben Gelegenheit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ob bei Informationsabenden zur Mediennutzung oder bei einer Eltern-Lan-Party, bei der Erwachsene in der Friedrich-Harkort-Schule vier Stunden die Welt der Videospiele eintauchen können. Der Abend, der von Fachkräften der Bundeszentrale für politische Bildung begleitet wird, soll helfen, eine Brücke zwischen den Generationen zu bauen. Anschließend könnten Kinder und Eltern auf Augenhöhe über das Thema Mediennutzung verhandeln.

Spannend wird es für Teilnehmer wie Veranstalter bei einer Mitmachaktion, die vom 6. bis 12. Juni täglich neue Herausforderungen bietet. In Zusammenarbeit mit dem Portal www.handysektor.de, einem Angebot der Landesmedienanstalt NRW, haben die Suchtberater eine Real-Life-Challenge organisiert, bei der vom Montag bis Sonntag unterschiedliche Aufgaben gestellt werden, die mit dem Handy zu tun haben. Die WESTFALENPOST wird als Partner ab Montag, 6. Juni täglich eine Aufgabe veröffentlichen.

Lesung mit Luxuslärm-Managerin

Nicht ganz ins Thema passt eine Veranstaltung, auf die die Koordinatoren der Suchtaktionstage aber dennoch nicht verzichten wollten. Denn es geht ebenso um Sucht, wenn auch nicht um Medien. Der Fachbereich Jugend der Stadt Wetter lädt zu einer Lesung mit der Managerin der Band Luxuslärm ein, die ihre Essstörung in einem Buch beschrieben hat. Der Roman „Das Mädchen aus der ersten Reihe“ wurde von der Wetteranerin Jana Crämer geschrieben. Vorgestellt wird er mit der musikalischen Begleitung von David Müller alias Batomae. (siehe Kasten).

 
 

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