Buslinie 553 soll Innenstadt wieder bedienen

Eine Haltestelle, die für Diskussionen sorgt: die Mühlenstraße.
Eine Haltestelle, die für Diskussionen sorgt: die Mühlenstraße.
Foto: Steffen Gerber
Nach dem Willen der Politik soll die Linie nicht mehr die Mühlenstraße anfahren, sondern wie früher am Halt Frühlingsstraße stoppen.Das soll die VER nun prüfen.

Herdecke..  Eine Buslinie, zwei Haltestellen, mehrere Meinungen: Die Herdecker SPD-Fraktion hatte kürzlich beantragt, dass die Buslinie 553 (vom Herrentisch über Wetter nach Hagen-Westerbauer) wieder über die Hauptstraße zur Haltestelle Frühlingstraße geführt werden soll. Durch diese geänderte Route würde der Stopp im Quartier Ruhraue an der Mühlenstraße wegfallen. Und schon war wieder eine Diskussion über städtebauliche Entwicklungen im Gange.

Bürger mit vollen Einkaufstüten

Die Sozialdemokraten plädierten für diese altbekannte Variante, da derzeit beide Herrentisch-Linien 553 und 555 im Quartier Ruhraue halten, dadurch aber die Anbindung zur unteren Fußgängerzone zu kurz komme. „Gerade für ältere Mitbürger ist dieser Umstand ein Problem, da sie entweder an der Haltestelle Hengsteyseestraße in einen anderen Bus umsteigen oder den Weg zur unteren Fußgängerzone zu Fuß zurücklegen müssen“, hieß es in der Antragsbegründung. Zudem sei es für die Fahrzeit und Wegstrecke der Busse irrelevant, über welche Strecke sie fahren, dementsprechend problemlos könne man die Linienführung ändern.

„Die 555 ist wegen der Abfahrzeiten auch keine Alternative für Fahrgäste der Linie 553“, meinte Ulrich Schwellenberg (SPD), der wenige Bürger mit vollgepackten Taschen am Mühlenstraßen-Halt beobachtet haben will. Die Einkäufer dort würden eher Autos nutzen. „Das haben mir einige Bürger und Gewerbetreibende auch bestätigt.“ Also sollte Herdeckes Stadtverwaltung auf die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) als Betreiber der Linien einwirken, dass zumindest die 553 bald wieder von der Hengsteyseestraße in die Innenstadt abbiegt.

Verständnis und Widerspruch äußerte daraufhin Peter Gerigk von den Grünen. Als Bürgerbus-Fahrer könne er beurteilen, dass die Haltestelle im Quartier Ruhraue gut angenommen werde. Gleichwohl habe seine Fraktion 2013 wie nun die SPD eine veränderte Linienführung vorgeschlagen. Nach den Verhandlungen habe sich 2014 aber herausgestellt, dass die VER dem nicht folgen wollte. Die neue Initiative der Sozialdemokraten sei aber ein guter Kompromiss, zumal die Mühlenstraße über die Linien 555 und 564 weiterhin gut angebunden wäre. Sein Vorschlag: „Wir sollten an den Haltepunkten Hengsteysee- und Mühlenstraße eine Umfrage machen, um die Wünsche der Fahrgäste zu ermitteln.“

„Entfernung von nur 150 Metern“

Derweil betonte Gisbert Holthey (CDU), dass die Hengsteyseestraße der zentrale Umstiegsort mit Wartepflichten wäre und die Haltestelle in der Hauptstraße keinesfalls durch den Stopp am Quartier Ruhraue ersetzt würde. „Wir reden hier über eine Entfernung von nur 150 Metern.“ Diese Strecke sei laut Schwellenberg aber schon relevant für ältere Leute mit Einkaufstaschen, entgegnete Schwellenberg. Christian Korge von der FDP schlug unterdessen vor, über eine veränderte Linienführung erst nach dem Ende der Bauarbeiten in der unteren Hauptstraße zu beraten. Die anderen Fraktionen wollten dem aber nicht zustimmen.

Osita Uchegbu von der Stadt Herdecke verwies auf den Nahverkehrsplan, wonach der EN-Kreis die Anbindung des Quartiers Ruhraue an die Stadt umsetzen sollte. Dementsprechend müsste der SPD-Antrag nun auch wieder in den fortzuschreibenden Plan aufgenommen werden. „Es gab bisher aber weder bei der VER noch bei der Stadt Herdecke Beschwerden über die Linienführung.“

Gerigks Antrag abgelehnt

Uwe Tietz von der Kreisverwaltung meinte, dass der VER grundsätzlich einheitliche Linienführungen bevorzuge. Auch die geringe Distanz zwischen den betreffenden Haltestellen in Herdecke spräche eher dagegen. „Sollte es aber den Wunsch nach einer Splittung bei der 553 und 555 geben, würde die VER das prüfen.“ Das käme dann in den Entwurf zum Nahverkehrsplan, den die Stadt über das normale Beteiligungsverfahren einsehen könnte. Allerdings habe die VER erst kürzlich eine Fahrgastzählung mit entsprechenden Daten zu Ein- und Aussteigen abgeschlossen, eine neue Erhebung sei überflüssig. Das sah auch die Mehrheit im Fachausschuss so und lehnte Gerigks Antrag ab.

Mit der Mehrheit von acht Stimmen bei sechs Enthaltungen soll nun darauf eingewirkt werden, dass die VER die Buslinie 553 bald wieder durch die Hauptstraße führt.

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