Bürger kämpfen für Erhalt der Bahnhof-Treppe

Stellt nach Ansicht von Klaus Korge und Willi Creutzenberg eine wichtige und vor allem kurze Verbindung zum Bahnhof dar: die marode Treppenanlage zwischen Bahnhof- und Hauptstraße.
Stellt nach Ansicht von Klaus Korge und Willi Creutzenberg eine wichtige und vor allem kurze Verbindung zum Bahnhof dar: die marode Treppenanlage zwischen Bahnhof- und Hauptstraße.
Foto: WP
Die Sanierung der Treppe darf nicht unter dem Vorwand hoher Kosten unterbleiben, sagen die Herdecker Klaus Korge und Willi Creutzenberg.

Herdecke..  Vor knapp einem Monat bot der pensionierte Bauunternehmer Klaus Korge seine Hilfe bei der Sanierung der Treppe zwischen Bahnhof- und Hauptstraße an. Unabhängig davon hatte sich auch Willi Creutzenberg für den Erhalt des seit längerem gesperrten Verbindungswegs eingesetzt. Nun haben die beiden Herdecker Bürger einen offenen Brief an Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster und die Ratsfraktionen verfasst. „Wir sind der Meinung, dass die Renovierung dieser Treppenanlage nicht einfach unter dem Vorwand hoher Kosten unterbleiben darf, da sie für viele Herdecker eine wichtige, kurze Verbindung zum Bahnhof darstellt.“

Korge und Creutzenberg möchten, dass „einer solchen weitreichenden Entscheidung eine intensive öffentliche Diskussion auf der Basis von nachvollziehbaren Fakten in den dafür vorgesehenen Gremien vorausgehen muss.“ Daher fordern sie die Lokalpolitik und die Verwaltung auf, die Sanierung vorurteilsfrei, fair und an den Interessen der Bürgerschaft orientiert zu prüfen. Zugleich unterbreiteten sie einen Vorschlag, um die Treppe beispielsweise für Anwohner aus dem Bereich Rebhuhnweg/Am Rahmen „als wichtige Verbindung und kurzen Weg zum Bahnhof zu erhalten“.

Auf Initiative von Klaus Korge habe im Januar eine Begehung mit zwei Experten (Statiker und Gartenbauer) vor Ort stattgefunden. Das Ergebnis sei anderes ausgefallen, als es derzeit von Seiten der Stadt vermittelt werde. In ihrem Schreiben stellen Korge und Creutzenberg fest, dass zwischen der Treppenanlage und der sich im mittleren Bereich dieser Anlage befindenden Mauer, die zur Abstützung des darüber liegenden Grundstücks dient, unterschieden werden müsse. Offensichtlich habe es hier beim Bau des Telekom-Gebäudes (Bahnhofstraße 34) eine Aufschüttung des Aushubs gegeben, „so dass aus dem Hang eine größere plane Fläche entstanden ist, die den Druck auf die Mauer erhöht.“

Kostengünstige Sanierung

Diese Stützmauer, die – ihrer Einschätzung nach – in mehreren Etappen entstanden sei und sich in „einem äußerst schlechten Zustand befindet“, stellt nach Ansicht der Gutachter in jedem Fall eine starke Gefährdung für das Mehrfamilienhaus der HGWG in der Hauptstraße 89 dar, und zwar unabhängig von der Existenz der Treppenanlage.

Falls es zu einem Mauerabgang bzw. Böschungsabbruch kommen sollte, würden die Wohnungen, die nur durch den in diesem Bereich eben verlaufenden Weg von der Mauer getrennt sind, schwer in Mitleidenschaft gezogen: Schutt und Erde würden sich auf den Balkon und in die Räume ergießen. Hier besteht laut Korge/Creutzenberg in jedem Fall Handlungsbedarf, wobei geklärt werden müsste, wer die Kosten zu tragen hat. Die Sanierung der alten Stützmauer sei im Übrigen – ohne höhere Kosten – mit Natursteinblöcken (Ruhrsandstein) anstelle von Beton möglich.

Die Treppe selbst sei relativ einfach und kostengünstig zu sanieren: Die alten Stufen könnten als Fundament für die neuen Stufen dienen, das Geländer müsste im unteren und mittleren Bereich ersetzt werden, im oberen Bereich sei es in einem guten Zustand.

Die Sanierung der Stützmauer und Wiederherstellung der Treppe (einschließlich zwei Drittel des Geländers) könnten nach Schätzung der Sachverständigen für 130 000 Euro erfolgen, wobei allerdings für die Treppenanlage die von Korge angetragene Eigenleistung mit einkalkuliert ist. Ohne diese Eigenleistung muss von 150 000 Euro Gesamtkosten ausgegangen werden.

Fragezeichen wegen halber Million

Unklar bleibe, wie die Technischen Betriebe auf Sanierungskosten von 500 000 Euro gekommen seien. In einem von der Stadt im Jahre 2008 bestellten Gutachten über den Sanierungsbedarf einzelner Treppenanlagen in Herdecke wird für die Treppe zwischen Bahnhof- und Hauptstraße ein Betrag von 280 000 Euro genannt, heißt es in dem Brief der zwei Herdecker. „Die Politik ist aufgefordert, sich nach Jahren der Absperrung und des Stillstandes mit der Treppenanlage und ihrer Wiederherstellung im Interesse der Bürger zu beschäftigen.“

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