Büchereien bleiben selbstständig

In Herdecke sollen die Büchereien selbstständig bleiben. Foto/Archiv: WAZ Foto-Pool
In Herdecke sollen die Büchereien selbstständig bleiben. Foto/Archiv: WAZ Foto-Pool
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Herdecke. Zwei Bibliotheken stehen Herdecker Bürgern bis jetzt zur Verfügung: die städtische Bücherei Herdecke und die Bibliothek der evangelischen Kirchengemeinde Herdecke, die im neuen Gemeindehaus bald wieder ihren Platz finden soll. Aufgrund klammer Kassen erteilte der Rat an zuständige Verwaltungsstellen vor einiger Zeit den Auftrag, in Verhandlungen mit der Kirchengemeinde einzutreten, um über eine mögliche Zusammenlegung der beiden Bibliotheken zu beraten. Zwei Möglichkeiten standen zur Debatte: „Entweder könnte die Kirchengemeinde ihre Buchbestände mit in unsere Räumlichkeiten nehmen und hier auch ihr Personal einsetzen, oder unser Bestand müsste in Gemeinderäume“, erklärt Heiko Müller, Amtsleiter der Stadt Herdecke.

Nach eingehender Prüfung entschied das Presbyterium der Kirchengemeinde sich jedoch gegen eine Zusammenarbeit. „Die Bibliotheken verfolgen einfach sehr unterschiedliche Konzepte“, erklärt Christoph Gerdom, Pfarrer der Gemeinde. „Unsere Bibliothek ist hauptsächlich auf Kinder- und Jugendbücher ausgerichtet. Die städtische Bücherei führt in ihrem Medienbestand Erwachsenenliteratur.“ Außerdem spricht der Platzbedarf der Medien gegen eine Zusammenlegung, da die eingeplanten Räumlichkeiten im neuen Gemeindehaus nicht beide Bestände fassen könnten. „Eine Anpassung der Räume hätte mehrere 100.000 Euro gekostet, die die Stadt hätte finanzieren müssen“, macht Christoph Gerdom klar. Ein Umzug der Gemeindebestände in die Räume der städtischen Bücherei war auch nicht möglich. „Die Kirchengemeinde wollte kein Personal bei uns einsetzen. Die Räume der städtischen Bücherei wären aber groß genug für den gesamten Medienbestand“, erklärt Heiko Müller. Schließlich sprachen auch die völlig unterschiedlichen Öffnungszeiten gegen eine Zusammenarbeit. Die städtische Bücherei ist rund 20 Stunden pro Woche geöffnet. Die Bibliothek der Kirchengemeinde öffnet allerdings nur sechs Stunden pro Woche ihre Pforten.

Am Ende bleibt also zunächst doch alles beim Alten und beide Bibliotheken stehen ihren Nutzern weiterhin wie gewohnt zur Verfügung.

 
 

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