Blutsauger im Schlosshotel

Der Nachwuchs des Koffertheaters hat ein Vampir-Stück aufgeführt.
Der Nachwuchs des Koffertheaters hat ein Vampir-Stück aufgeführt.
Foto: Valentin Dornis

Wetter.. Gruselige Zeiten: In der Lichtburg hatte ein Vampir-Stück Premiere.

Als die Familie von Rittersporn in ihr geerbtes Schloss einziehen möchte, ist die Enttäuschung zunächst groß. Ziemlich düster und heruntergekommen liegt es da, und Sohn John hat nur eins im Sinn: Seinen echten Vater finden. Um an Geld zu kommen, wandelt seine chronisch klamme Mutter das Schloss kurzerhand in ein Hotel um, doch als die Vampire erwachen, die seit Jahrhunderten auf Schloss Königsstein geschlafen haben, ist Chaos vorprogrammiert.

Die Blutsauger, die Blut von Vegetariern ekelig finden, treffen auf die (teils vegetarisch lebenden) Gäste und sorgen für viel Durcheinander im Schlossbetrieb.

Dieses vergnügliche Verwirrspiel brachte der „Young ActorsClub“ des Koffertheaters Wetter am Wochenende mit viel Freude am Schauspiel und klasse Kostümen auf die Bühne der Lichtburg. Die Gruppe von zwölf Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren hatte fünf Monate lang intensiv geprobt, viel Text auswendig gelernt und an der Umsetzung gefeilt.

Vor fast vollem Haus bewegten sie am Freitag bei der Premiere dann auch das Publikum zu verschiedensten Gefühlsregungen: von atemloser Spannung bis zum herzhaften Lacher gingen die Reaktionen, und Gruppenleiterin Ramona Köhler war am Ende sehr zufrieden mit ihren Schützlingen.

Die 31-jährige Theaterpädagogin freute sich vor allem über das Engagement der Jugendlichen: „Ich fand es sehr schön zu sehen, mit wie viel Spaß und Freude die Jungen und Mädchen hier gearbeitet haben.“ Dabei sei es auch interessant gewesen zu sehen, wie sich die Nachwuchsschauspieler weiterentwickelten.

Die Spielfreude merkte man den Jugendlichen auch bei der Premiere an. Da verzieh das Publikum auch kleinere Texthänger. Das Textpensum für die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler war ohnehin enorm. Dabei hatte jeder seine ganz eigene Methode, den Text auswendig zu lernen. So erzählte zum Beispiel David Hesse, klasse in der Rolle des Sohnes John: „Den meisten Text habe ich eigentlich in der Badewanne gelernt.“

Ein neues Stück
vielleicht im Frühjahr

Lust auf eine weitere Produktion habe die Gruppe auf jeden Fall, merkte Maria Sichelschmidt, die mit starker Bühnenpräsenz überzeugte, an: „Ich kann es kaum erwarten wieder auf der Bühne zu stehen!“

Theaterpädagogin Köhler konnte dazu noch nicht allzu viel sagen. „Wir hoffen aber, regelmäßig im Frühjahr ein Stück mit den Jugendlichen auf die Bühne bringen zu können.“

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