Beziehung in der Krise

Janina Weber und Christian van de Rhee in „Die Nadel der Kleopatra“.
Janina Weber und Christian van de Rhee in „Die Nadel der Kleopatra“.
Foto: Valentin Dornis

Wetter..  Mit der „Nadel der Kleopatra“ feierte am Wochenende eine Beziehungskomödie mit beinahe philosophischem Hintergrund Premiere in der Lichtburg. Das Koffertheater Wetter präsentierte das Stück unter der Regie von Marc Gruss vor ausverkauftem Haus.

Das junge Pärchen Sophie (gespielt von Janina Weber) und Marc (Christian van de Rhee) steckt in Schwierigkeiten: Nicht nur, dass sie unter chronischen Geldsorgen leiden, Marcs Hang zum Lügen sorgt darüber hinaus noch für ständigen Streit. Als die erfolglose Schauspielerin Sophie eine Stelle als Vorleserin bei einer blinden Dame (Sabine Gruß) bekommt, scheint sich die Situation zu entspannen. Doch bei der Dame hängt ein wertvolles Gemälde, das bei Marc und seinem zwielichtigen Kumpel Jeff (Ingo Schluck) Begehrlichkeiten weckt – Ärger ist also vorprogrammiert.

Braucht die Blinde ein Gemälde?

Es ist ein Stück, das nur oberflächlich als reine Beziehungskomödie daherkommt. Denn es wirft eine beinahe philosophische Frage auf, die sich der Zuschauer selten gestellt haben mag: Braucht eine blinde Frau ein Gemälde, das sie eh nicht sehen kann? So entwickelt sich ein Konflikt um Moral und Verantwortung, um den sich verschiedene Beziehungsprobleme spannen. Besonders Sabine Gruß gelingt es, mit trockenem Humor und Einfühlungsvermögen einen Eindruck der Lebenswirklichkeit der blinden Charlotte zu vermitteln. Janina Weber bildet mit viel Spielfreude den jugendlichen Konterpart zu ihr.

Umbauten behindern Spielfluss

Das Stück erzählt eine Geschichte, die in den entscheidenden Momenten etwas mehr Tempo verdient hätte. Das Bühnenbild und die detailreiche Requisite stehen dem jedoch bisweilen im Wege: Zwar erzeugen sie wahrlich Wohnzimmeratmosphäre, doch verursachen sie auch teilweise minutenlange Umbauten, die den Spielfluss hemmen. Eine Tatsache, für die das engagierte Schauspiel entschuldigt: Wenn Ingo Schluck als Jeff bei einem Wutanfall die Einrichtung über die Bühne tritt und Christian van de Rhee sich als Marc verzweifelt in seinem Lügen verstrickt, nimmt das Stück eindeutig wieder an Fahrt auf.

 
 

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