Begleiter für die letzten Lebenstage

Sterbebegleiter stellen sich einer schweren Aufgabe
Sterbebegleiter stellen sich einer schweren Aufgabe
Foto: WP

Wetter. Bis sich der erste Sterbebegleiter in Wetter tatsächlich auf den Weg zu einem Todkranken macht, werden wohl noch einige Monate ins Land gehen. Die Initiative für einen Hospiz-Verein ist aber alles andere als untätig. Gut Ding will Weile haben.

Von der Idee des Hospiz-Vereins überzeugt ist weiterhin Bürgermeister Frank Hasenberg. Im Sommer wurde er von ein paar Privatleuten, die den Hospiz-Verein ins Leben rufen wollten, zum Schirmherr gemacht. Die Arbeit kann aber nicht von einer kleinen Gruppe geschultert werden, wie sich schnell herausgestellt hat. Und deswegen ist jetzt auch Karen Haltaufderheide mit im Boot. Sie ist die Vorsitzende des Sozialausschusses in der Stadt. „Sterben ist Teil des Lebens“, sagt sie, und Sterbende sollten nicht allein gelassen werden.

Das findet auch Hans-Paul Niepmann. Über die Jahre ist der Wetteraner zu einem regelrechten Experten in Sachen Trauerbegleitung geworden. „Tod und Sterben werden in der Gesellschaft immer wieder verdrängt“, sagt er, zu Lasten der Sterbenden, zu Lasten aber auch der Hinterbliebenen. Der Trauerbegleiter, der Bürgermeister, die Ausschussvorsitzende – sie alle machen mit in einem Arbeitskreis, der dem Hospiz-Verein möglichst bald auf die Beine helfen will. Dabei sind auch die Ideengeber aus Anfangszeiten.

Ausbildung für Helfer

Im Frühjahr soll das Formale erledigt sein. Ein Verein braucht eine Satzung und einen Vorstand, und natürlich Menschen, die diesen unterstützen wollen. Ist das äußere Gerüst gezimmert, wird es immer noch nicht gleich losgehen mit der persönlichen Begleitung von Menschen in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens. Sterbebegleitung, jedenfalls solche, die wirklich Hilfe sein kann, lässt sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln. Daher wird es einen genauen Schulungsplan für all die Freiwilligen geben, die sich der nicht leichten Aufgabe stellen möchten. Über viele Wochenenden wird sich die Vorbereitung hinziehen – wenn sich nicht schon Helfer melden, die entsprechende Schulungen bereits hinter sich gebracht haben. Dann geht alles schneller, weiß Niepmann, der für die Ausbildung zum Sterbe- und Trauerbegleiter zuständig sein wird.

Hauptamtliche Kraft

Wie viele Helfer werden gebraucht, wenn Todkranke wirklich um helfende Hände bitten können? Wie viele Helfer werden sich finden? Noch sind das unbekannte Größen. Aber es gibt Anhaltspunkte. Hans-Paul Niepmann weiß von einem christlichen Hospizverein in Görlitz. Die Stadt zählt zwei Mal so viele Einwohner wie Wetter. 40 bis 50 Ehrenamtliche sind für diesen Verein aktiv. Immerhin eine Hausnummer.

Ziemlich klar ist allerdings schon jetzt, dass der Verein „Das mobile Hospiz“ für Wetter und Umgebung ohne eine hauptamtliche Kraft nicht auskommen wird. Zu viel ist zu organisieren, damit Sterbenskranke oder ihre Angehörigen jederzeit einen Ansprechpartner finden können. Bis der Verein selbst so weit ist, hilft die Stadt gerne aus. Vorläufig ist Ehrenamtsbeauftragte Marietta Elsche auch Anlaufstelle für den Hospiz-Verein.

 
 

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