Baugebiet auf dem Elberg bereitet Sorgen

Bei der Bürgerinformation zum Baugebiet Auf dem Elberg in der Elbschehalle
Bei der Bürgerinformation zum Baugebiet Auf dem Elberg in der Elbschehalle
Foto: WP
Stadtverwaltung Wetter und Investor S-Projekt wollen die Anwohner bei der Planung für das Vorhaben in Wengern mitnehmen. Workshops sind geplant

Wengern..  Für einen kurzen Moment kochten dann doch die Emotionen hoch. „Sie haben nur den Profit im Sinn. Wir haben uns hier Eigentum geschaffen, schon vor Jahrzehnten. Und nun wird unsere Idylle zerstört.“ Kurzer Applaus für den silbergrauen Herrn aus der ersten Reihe, dann war wieder Sachlichkeit angesagt. Denn um die waren sowohl die Vertreter der Stadt wie auch die Experten des Investors beim ersten Bürgerinformationsabend zum Bebauungsplan „Auf dem Elberg“ bemüht. Allen voran Bürgermeister Frank Hasenberg, der die Diskussion mit Übersicht leitete und trotz vieler kritischer Fragen am Ende doch nur Vorteile darin sah, die Bürger zu einem so frühen Zeitpunkt der Planungen mit ins Boot zu nehmen. Weitere Workshops sollen folgen. „Ich hoffe, wir kommen auf diesem Weg zu einem Ergebnis, mit dem dann fast alle leben können“, so Hasenberg.

Volle Elbschehalle

Gut 100 Interessierte hatten sich in der Elbschehalle eingefunden, darunter sicher auch einige, die mit Interesse die Entwicklung eines äußerst attraktiven Baugebietes beobachten. Die anderen waren, trotz des Applauses für den strikten Gegner, eher besorgt um die Auswirkungen, die die Bauphase und die zusätzliche Besiedlung mit sich bringen kann. Vor allem das Thema Verkehr stand dabei im Mittelpunkt.

Frieder Altrogge von S-Projekt, einer Sparkassentochter, die die Erschließung des Baugebietes übernehmen soll, konnte und wollte dazu keine fertigen Konzepte präsentieren. „Wir stehen ganz am Anfang der Planungen und wollen ihre Ideen einbeziehen“, so Altrogge. Ein nicht für alle verständliches Verfahren. „Wenn ich ein solches Areal bebauen will, muss ich mir doch vorher Gedanken über den Bauverkehr machen, der dabei entsteht“, so eine Anwohnerin angesichts von 15 200 Lastwagen, die laut Verkehrsprognose über drei Jahre auf den Elberg rollen sollen. Dass man mit dem Bauern, der sein Land zum Verkauf stellt, über die Nutzung seines Wirtschaftsweges als Baustraße noch nicht einmal gesprochen habe, schien vielen unverständlich.

Über 15 000 Lkw-Fahrten

15 200 Lastwagenfahrten, diese Zahl beunruhigte denn auch weit mehr als die Frage, wo denn künftig auf der Höltkenstraße und dem Deipenbecker Weg geparkt werden könne. „Was ist, wenn diese Lkw unsere Straßen kaputt fahren? Müssen wir dann anschließend für die Wiederherstellung zahlen?“, wollte ein Anwohner wissen. „Wir werden Straßen, wenn sie kaputt sind, wieder herstellen lassen“, sagte Bürgermeister Hasenberg dazu. Auch wenn mit dieser Antwort kein Blankoscheck für eine neue Straße ausgestellt wurde, Frank Hasenberg war bemüht, die Vorteile des Baugebietes deutlich zu machen. Mehr Parkraum, eine teilweise ertüchtigte Straße, möglicherweise eine Fußgängerbrücke über die alte Bahnlinie, „denn schon heute müssen die Menschen dort auf der Fahrbahn laufen“.

Schützenhilfe bekamen Stadt und Investor schließlich vom Entwässerungsfachmann, der mit seinem Abwasserkonzept deutlich machte, dass auch die jetzigen Bewohner des Stadtteils von der Baumaßnahme profitieren könnten. Denn zur Entwässerung des Neubaugebietes soll demnach ein neuer Kanal durch die Höltkenstraße gezogen werden, der einen kritischen Staupunkt im unteren Bereich der Straße entschärfen würden. Zusätzliche Belastungen für Opfersiepen und Elbsche, wie sie ein Wengeraner befürchtete, entstünden so nicht. Diplom-Biologe Martin Schwefringhaus, der das Entwässerungskonzept erstellt hat, betonte, dass ein „ausreichend großes“ vorhandenes Regenrückhaltebecken auch die zusätzlichen Mengen Wasser aufnehmen könne.

Bis das so weit ist, wird allerdings noch viel Regenwasser auf den Wiesen des Elbergs versickern. Gut zwei Jahre, so lautet die Prognose, werde es dauern, bis der erste Spatenstich erfolgen könne.

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