Bauern in Wetter rüsten sich für die Zukunft

Neben Ackerbau und Pferdehaltung gibt es in Wetter auch noch Rinder- und Milchkuhhaltung.
Neben Ackerbau und Pferdehaltung gibt es in Wetter auch noch Rinder- und Milchkuhhaltung.
Foto: WR
Mit Neuwahlen beim landwirtschaftlichen Ortsverband rüsten sich die Bauern in Wetter für die Zukunft. Vorgestellt wurde auch eine neue Kampagne, die das Image der Landwirte aufpolieren soll.

Wetter..  Auf den Äckern herrscht noch Winterruhe, die Kühe müssen sich mit dem Stall begnügen. Doch hinter den Kulissen sind die wetterschen Landwirt aktiv – zumindest was die Arbeit in Vereinen und Verbänden angeht. Bei der Winterversammlung des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Esborn/Wengern/Volmarstein im „Alten Bahnhof Albringhausen“ stand unter anderem die Neuwahl des Vorstandes an.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Stefan Kevel wiedergewählt, sein Vertreter ist Karsten Klinkmann. Im Rahmen derselben Ortsvereinsversammlung wurden auch die Vertreter der Ortsstelle der Landwirtschaftskammer gewählt, dafür stellten sich Stefan Kevel und Reinhard Backhaus zu Verfügung. Diese Wahl findet alle sechs Jahre statt.

Vielfältig und eher klein – so lässt sich die Landwirtschaft in Wetter beschreiben. Es gibt Milchviehhalter, solche, die auf Pferde umgesattelt haben und Bauern, die Ackerbau betreiben – vom Weihnachtsbaum- bis zum Getreideanbau. Eine Vielfalt, die inzwischen sogar im Kino beworben wird. „Es gibt eine Imagekampagne des Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverbandes, die mit Kinospots Werbung für die Bauern macht“, erklärt Iris Reschop, im Ortsverband für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Werbung, die durchaus nötig sei, denn das Image der Landwirtschaft ist schlecht, sagt Reschop. „Nicht, wenn es um den Hof in der Nachbarschaft geht“, erklärt die Ortsverbandssprecherin. Doch Massentierhaltung und Überdüngung seien Schlagworte, die dann doch mit allen Bauern in Verbindung gebracht würden.

Probleme, die in Wetter weniger Thema sind. Doch auch hier gibt es Reibungspunkte zwischen Bauern und Bevölkerung. „Wenn die Polizei gerufen wird, weil Bauern im verregneten Sommer 2014 auch noch in der Nacht geerntet haben, damit sie das Korn trocken einfahren können, läuft etwas falsch“, sagt Iris Reschop. Auch für Beschwerden der Menschen, die ländlich wohnen wollen, dass es riecht, wenn die Gülle aufs Feld muss, hat sie kein Verständnis. Und aus ihrer Sicht haben immer mehr Hunde, Quads und Geländewagen auch nichts auf dem Acker verloren. „Da wird oft respektlos mit der Arbeit anderer umgegangen“, meint die Landwirtin.

Anliegerbeiträge bleiben Thema

Zu solchen Alltagsproblemen gesellen sich Themen, die die Politik bestimmt. „Das so genannte Greening macht gerade kleineren Betrieben, wie sie in Wetter bestehen, Probleme“, erklärt Reschop. Landwirte müssen ab einer bestimmten Betriebsgröße ökologische Ausgleichsflächen ausweisen. „Die Flächen sind schon knapp, das macht diese Vorschrift hier zum Problem“, weiß die Landwirtin. Zumal auch tatsächlich Ackerfläche umgewandelt werden müsse. „Und nicht das schräge Stück, das schon der Großvater nicht genutzt hat.“

Um Flächen geht es auch beim Thema Anliegerbeiträge, das 2014 in den politischen Gremien für Diskussionen gesorgt hatte. Eine neue Satzung war vom Rat abgelehnt worden. Aus Sicht der Bauern ein Glück, denn „das hätte für viele Betriebe Kosten in fünfstelliger Höhe bedeutet.“ Vom Tisch ist die Neuordnung der Anliegerbeiträge noch nicht. Sie bleibt also auch im Ortsverband ein Thema.

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