Autorin lässt unter dem Viadukt morden

Lesung mit Beate Maxian in der Dr.-Carl-Dörken-Galerie in Herdecke.
Lesung mit Beate Maxian in der Dr.-Carl-Dörken-Galerie in Herdecke.
Foto: WP
Beate Maxian las am Samstag in der Dr.-Carl-Dörken-Galerie in Herdecke aus ihrem aktuellen Roman „Der Tote vom Zentralfriedhof“ und auch ihre Krimi-Kurzgeschichte „Liebe(s)Kunst in Herdecke“. Sie spielt an bekannten Orten.

Herdecke..  Dortmund hat seinen Tatort. Münster auch. Und auch Herdecke hat jetzt einen eigenen Krimi. Geschrieben von der österreichische Autorin Beate Maxian, die am Samstagabend in der Dr.-Carl-Dörken-Galerie zu Gast war. Bei der Lesung in der aktuellen Krimi-Festival-Reihe „Mord am Hellweg“ las sie die eigens auf die Ruhrstadt komponierte Kurzgeschichte „Liebe(s)Kunst in Herdecke“ und Szenen aus ihrem aktuellen Bestseller „Tod auf dem Zentralfriedhof“ vor.

Neugierig waren nicht nur die Besucher, sondern ganz besonders auch Dr. Jochen Plaßmann vom Vorstand der veranstaltenden Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung, die sich in diesem Jahr erstmals am Krimi-Festival beteiligt: „Wir haben Beate Maxian drei Tage lang gebrieft und sind nun gespannt, was dabei herausgekommen ist.“ Will heißen: Im November letzten Jahres schaute sich die Krimi-Autorin drei Tage lang in Herdecke um, erkundete Straßennamen, Hotels und lokale Besonderheiten für ihre Kurzgeschichte.

Stella wohnt im Mini-Hotel

Für diese „Inspiration“ bedankte sich die Österreicherin gleich zu Beginn des Abends und verriet, „dass der Plot für den Krimi schon auf dem Rückweg“ in ihre Heimat entstanden sei. Im Mittelpunkt der 14-seitigen Krimigeschichte steht die Künstlerin Stella, die in der Dörken-Galerie ihre Werke zeigen will und sich im Mini-Hotel am Bachplatz eingemietet hat. Warum sie sich in den Cellisten Aureus, der im Hotelzimmer über ihr wohnt, verliebt, was es mit dem Kunstsammler Arik auf sich hat, der im Zweibrücker Hof residiert und von dem sich Stella magisch angezogen fühlt, und warum die gemeinsame Bekannte Amelie unterm Viadukt sterben muss – die Antworten auf diese Fragen hat Beate Maxian kunstvoll zu einer Erzählung verwoben. Und weil die Autorin nicht nur mit Worten umgehen kann, sondern es auch versteht, ihre Texte mit Mimik und Gestik ansprechend zu untermalen, wurde aus dem Vortrag ihres Kurzkrimis „Liebe(s)Kunst in Herdecke“ beinahe ein Einpersonenstück. Wenn da nicht Johannes Buncker gewesen wäre, der auf seinem Cello jene Bach-Suite erklingen ließ, die auch im Kurzkrimi eine Rolle spielt. So geriet seine klangvolle Darbietung zur überaus gelungene Ergänzung der literarischen.

Sarah Paulis vierte Fall

Mit Auszügen aus ihrem aktuellen Krimi „Der Tote vom Zentralfriedhof“ vermittelte die Österreicherin Beate Maxian dem Publikum in Herdecke interessante Einblicke in den vierten Fall ihrer Heldin Sarah Pauli, der wie auch alle anderen in Wien spielt. Sarah beschäftigt sich intensiv – genau wie ihre Erfinderin – mit dem Aberglauben und der Frage nach dem Ursprung gewisser Verhaltensmuster. „Alle Örtlichkeiten stimmen, alle Angaben zum Aberglauben auch, nur die Figuren sind frei erfunden“, versicherte die Buchautorin ihren Zuhörern.

Wenn die Krimi-Kurzgeschichte Ortsfremde ebenso neugierig auf Herdecke macht, wie die Pauli-Krimis auf Wien, dann hat Beate Maxian der Ruhrstadt nicht nur einen Krimi geschenkt, sondern vielleicht auch noch viele neue Besucher.

 
 

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