Autofreier Schulweg für Kinder mit Projekt „Walking Bus“

Herdecke..  Mal abgesehen von der bizarren Situation nach den Grundschulumzügen, wodurch Kinder aus Ende zum Bleichstein fahren müssen und der Nachwuchs vom Herrentisch nach Kirchende transportiert werden muss, gibt es in Herdecke weitere Verkehrs-Besonderheiten an den Schulen.

Grundschule Schraberg

Sabine Jessinghaus, die im 15. Jahr an der Grundschule unterrichtet, kennt dieses „brennende Problem“ seit Beginn ihrer Tätigkeit in der Sackgasse Neue Straße. „Viele Eltern wollen ihre Kinder bis vor die Tür bringen, das führt zum Teil zu gefährlichen Situationen“, so die Schulleiterin. Permanente Appelle verpufften meist ergebnislos. Seither soll über die Schüler und durch Besprechungen im Unterricht Druck ausgeübt werden, was mehr Erfolg verspreche. Zudem soll es bis zum Sommer gekennzeichnete Bring- und Holzonen geben, über den Klimaschutzwettbewerb erhofft sich die Schule das benötigte Geld für Farbe und ähnliches. Bedingt durch die Bauarbeiten am Hallenbad soll die Anfahrt über die Alte Straße erfolgen.

Robert-Bonnermann-Schule

Seit September läuft das Projekt „Walking Bus“: Im Wechsel begleitet ein Elternteil mehrere Kinder auf dem Fußweg zur Bahnhofstraße. „Das ist gut organisiert und funktioniert“, lobt Lehrerin Birgit Unger die Elterninitiative. Wenige Schüler etwa vom Nacken würden mit dem Auto gebracht, daher gebe es auch Hinweise für Falschparker, wenn sie Zufahrten blockieren. Insgesamt, so Unger, fehlt es an Parkplätzen, auch für die Lehrerschaft.

Grundschule im Dorf

Die Umstellung auf die täglichen Busfahrten zum Bleichstein habe gut funktioniert, berichtet Schulleiterin Petra Kemp, zumal der Verkehr vor dem alten Gebäude in Ende mitunter „eine Katastrophe war, da gab es viele gefährliche Situationen“. Zudem will Lehrer Sebastian Kirch für den Klimaschutzwettbewerb das Projekt Klimameilen in den Unterricht bringen: Im April oder Mai notieren die Kinder dann in einer Woche per Aufkleber jede Strecke, die sie ohne Auto zurück legen. „Damit könnten sie auch zum Vorbild für ihre Eltern werden.“

Grundschule Vinkenberg

Laut Schulleiterin Michaela Franz gehen sowohl Eltern als auch Kinder gelassen mit den Busfahrten um, zumal diese auch die Selbstständigkeit der Schüler fördern. „Nach dem Umzug gab es in der Anfangszeit vereinzelt Probleme, das hat sich aber geklärt.“ So würden wenige Eltern, die ihren Nachwuchs zur Schule bringen wollen, nach entsprechender Mitteilung per Brief ihre Kinder unterhalb des Gebäudes am Parkplatz der GVS-Kita herauslassen.

Real-/Hauptschule

Sowohl Carmen Rudolph als auch Hubertus Schmalor berichten, dass in der Hengsteyseestraße das Durchfahrverbot während der Schulzeit immer wieder ignoriert werde. Speziell die Hauptschulleiterin beklagt dies, da „ihre“ Jugendlichen zu den Containern auf die gegenüber liegende Seite der Gebäude müssen und der dortige Eingangsbereich gewissermaßen auch der Schulhof sei. „Ordnungsamt und Polizei kontrollieren da regelmäßig, wobei einige auch viel zu schnell da durchfahren“, meint Rudolph.

Friedrich-Harkort-Gymnasium

Etwa ein Drittel der Schüler kommen aus dem Innenstadtumfeld. Für die Busfahrer sei derzeit die Anbindung nach Dortmund (über Schanze) problematisch, berichtet Andreas Joksch. Die Stadt als Schulträger wolle dies mit den Verkehrsbetrieben lösen. Zudem gebe es auch an der FHS „leider sehr viele Mama- bzw. Papa-Taxen“. Obwohl ein absolutes Halteverbot im gesamten Parkplatzbereich vor der Schule bestehe, werde dieses regelmäßig und zahlreich durch minutenlanges Parken zum Teil missachtet, berichtet Joksch und beklagt: „Damit bringen die Eltern ihre eigenen Kinder in verkehrsgefährliche Situationen.“ Von schulischer Seite werde in regelmäßigen Abständen auf diese Situation hingewiesen, zumal die meisten Schüler ein Schokoticket für den Bus haben.

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