Aus der Großküche kommt Bio-Essen

In der Großküche in Ende werden täglich bis zu 1700 Bio-Gerichte zubereitet. Fotos: Theo Schmettkamp
In der Großküche in Ende werden täglich bis zu 1700 Bio-Gerichte zubereitet. Fotos: Theo Schmettkamp
Foto: WR Schmettkamp

Ende.. Zugegeben, morgens um kurz nach neun hält sich der Appetit auf Schokoladenpudding in Grenzen. Dennoch ist der persönliche Geschmackstest Pflicht. Und? „Schmeckt wie selbstgekocht“, so das Fazit nach dem ersten Löffel. „Ist er ja auch. Mit Biomilch und Kakaopulver“, erläutert Betriebsleiter Patrick Wiese, der sich gemeinsam mit Bernd Gebhard darum kümmert, dass in der „Rebional“-Küche am Ender Gemeinschaftskrankenhaus alles läuft.

Biologisch undnachhaltig

Denn auch wer nicht gerade daheim am eigenen Herd brutzeln oder sich in einem Restaurant verwöhnen lassen kann, muss essen. Patienten in Krankenhäusern ebenso wie deren Mitarbeiter, Altenheimbewohner ebenso wie Schüler, und Kindergartenkinder. Sie alle haben kaum Einfluss auf das, was ihnen Tag für Tag vorgesetzt wird. Weder auf den Geschmack, noch auf den Qualität. Dennoch sollten auch sie nicht die Nase rümpfen müssen, wenn das Mittagessen vor ihnen steht, meint Thomas Keßeler, Mitglied der „Rebional“-Unternehmensleitung. Dies ist einer von vielen Gründen dafür, dass sich der heimische Caterer einer biologischen und nachhaltigen Küche verschrieben hat. „Wir arbeiten mit vielen Lieferanten zusammen, deren Produkte aus kontrolliertem, biologischen Anbau kommen. Und das möglichst noch aus der Region. Wir kennen ihre Zertifikate, wir wissen also, wie sie arbeiten“, so Thomas Keßeler. Und weiter: „Rebional steht für regional und bio. Unser Name ist Programm.“

Ernährung soll die Heilung fördern

Der Großteil des Fleisches kommt von Biofleisch NRW, Gemüse und Getreide haben ebenso wie Rindfleisch immer Bioqualität. Joghurt wird in der Klinikküche selbst angesetzt; Industriesoßen oder -fonds kommen nicht auf den Teller. „Die helle Sauce für den Blumenkohl oder die Tomatensoße zu den Maultaschen machen wir selbst. Auch Pflanzen, wie etwa Möhren, werden von der Wurzel bis zur Blüte für unsere Gerichte verwendet“, erklärt Patrick Wiesen. Geschmacksverstärker und Aromastoffe sind tabu.

„Das Gemeinschaftskrankenhaus steht für integrative Medizin. Da spielt das Thema Ernährung eine große Rolle“, sagt Thomas Keßeler und erklärt auch, warum: „Viele Patienten leiden - abgesehen von ihrer Krankheit - an Mangelernährung. Das führt dazu, dass die Heilungsprozesse länger dauern. Deswegen werden wir zukünftig jeden Patienten auf Mangelernährung hin untersuchen und ihm während seines Aufenthalts eine Ernährungstherapie anbieten. Damit können wir, neben Pflege und Medizin, den Heilungsprozess mit unserer Ernährung aktiv unterstützen.“

Weg vom bloßen Verpflegen, will „Rebional“ eine gastronomische Dimension in die Großküche bringen. „Bei uns stimmt der Spruch: Essen ist Leben“, sagt Thomas Keßeler. Das Ziel: 2015 soll „Rebional“ Bio-Gastronom im Gesundheitswesen sein.

 
 

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