Auf der Suche nach Wilderern im Nationalpark

Ein Bluthund bei der Geruchsaufnahme.
Ein Bluthund bei der Geruchsaufnahme.
Foto: WP
Was scheren uns die die vom Aussterben bedrohten Berggorillas im Kongo? Die sind weit weg. Genau so wie das brutale Treiben der Wilderer, das die meisten von uns wohl nur aus dem Fernsehen kennen. Aber Sederik Babinta und Gracien Sivanza verfolgen jeden Tag deren Spuren, weil sie als Ranger im Virunga National Park arbeiten. Jetzt kommen die Beiden nach Herdecke und erzählen am Montag, 13. Mai, um 19 Uhr im Werner-Richard-Saal von ihrer Arbeit zur Rettung der Silberrücken. Und von ihren Helfern im Kampf gegen die Wilderer: den Bluthunden.

Herdecke.. Der Kontakt zu den Wildhütern kam über die Herdeckerin Monika Wendland zustande: Sie trainiert regelmäßig mit ihrem Labrador „Jaro“ bei Marcel Maierhofer in Radevormald. Der Kripobeamte ist Hundeausbilder und schult „Mantrailer“ (Spürhunde) für den Polizei- und Rettungsdienst. „Bluthunde sind dafür bestens geeignet. Das ist eine sehr alte, ursprüngliche Rasse aus Belgien. „Pluto aus Mickey Mouse ist wohl der berühmteste Vertreter“, weiß Marcel Maierhofer. International anerkannte Expertin und Ausbilderin von Mantrailern wiederum ist die Tierärztin Dr. Marlene Zähner, eine langjährige Weggefährtin Maierhofers aus der Schweiz. „Es hört sich an wie ein Märchen, wenn sie das erzählt. Aber sie bekam tatsächlich eines Tages einen Anruf von Prinz Emanuel de Merode, dem Direktor des Virunga National Park im Kongo. Das ist ein echter belgischer Prinz, der schon lange in Afrika lebt. Und der hatte die Idee, Hunde im Kampf gegen die Wilderer einzusetzen“, erzählt Marcel Maierhofer.

Bluthunde unterstützen Ranger

Kurze Zeit später flog Marlene Zähner mit sechs ausgebildeten Bluthunden in den Kongo. Und das Projekt „Die Congohounds“ war geboren. Das war 2011. Seitdem leben die Vierbeiner im Virunga National Park - übrigens einem der ältesten Parks der Erde und Unesco-Welterbe - und unterstützen die Ranger bei ihrer Arbeit. „Die Rasse ist extra gezüchtet, um diese Arbeit zu machen. Das sind reine Spezialisten für Nasenarbeit. Die Tiere sind sehr groß und schwer, und die wollen einfach arbeiten. Das heißt, wenn man einem Bluthund in Afrika die Schlinge, die ein Wilderer angefasst hat, vorhält, nimmt er die Spur auf und sucht den Wilderer“, so Maierhofer weiter, der selbst schon mehrfach im Kongo war und dort die Ranger in der Zusammenarbeit mit den Bloodhounds geschult hat. Denn: „Die Afrikaner kennen solche großen Hunde nicht. Die meisten, die sie zum ersten Mal sehen, sagen sofort ,Simba’, vergleichen sie also mit Löwen“, schmunzelt Marcel Maierhofer.

Dass die beiden Ranger Sederik und Gracien nun fünf Wochen durch Europa touren, hat gute Gründe. „Wir möchten das Projekt bekannt machen und vorantreiben, deswegen bitten die Ranger während der Veranstaltungen um Spenden“, so Marcel Maierhofer. Außerdem nutzen er und Marlene Zähner die Gelegenheit, die Zusammenarbeit von Rangern und Hunden weiter zu trainieren; denn die Reisen in das afrikanische Krisengebiet sind beschwerlich und gefährlich.

Interessierte Gäste willkommen

Monika Wendland freut sich auf den Besuch der beiden Wildhüter: „Die Dörken-Stiftung stellt den Werner-Richard-Saal unentgeltlich zur Verfügung, wir spendieren Fingerfood.“ Und dann sind die Berggorillas aus dem Kongo vielleicht nicht mehr ganz so weit weg. . .

 
 

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