Arbeitsgemeinschaft will altes Koepchenwerk neu nutzen

Mit solchen historischen Bildern von der Pumpspeicheranlage am Hengsteysee will die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk auf die Bedeutung des Industriedenkmals hinweisen und einen Abriss des alten Teils verhindern.
Mit solchen historischen Bildern von der Pumpspeicheranlage am Hengsteysee will die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk auf die Bedeutung des Industriedenkmals hinweisen und einen Abriss des alten Teils verhindern.
Foto: Archiv Ruhrverband
Die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk wies drei Wochen vor der Vereinsgründung bei einem Vortrag im Onikon auf den Wert des Industriedenkmals hin.

Herdecke.. Historische Schwarzweiß-Bilder haben mitunter eine beeindruckende Wirkung. Darauf setzte auch die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk bei ihrem Vortrag im Onikon. Regina Schrader und Peter Altmaier zeigten einigen Interessierten alte Fotos, die etwa den Bau der Pumpspeicheranlage und das Anlegen des Hengsteysees aus den 1920-er Jahren zeigten. Damit wollte das Duo in ihrem Kampf für den Erhalt des Industriedenkmals auf dessen Bedeutung hinweisen, zumal der Energiekonzern RWE – wie berichtet – die Altanlage (Maschinenhaus am Ufer, Rohre, Schieberhaus) abreißen lassen will.

„Wir wollen in etwa drei Wochen einen Verein gründen und hoffen noch auf Unterstützung“, so Schrader, eine Verwandte des Erbauers Arthur Koepchen. Den bezeichnete Altmaier als „Revolutionär“, sei doch dessen Errungenschaft zur Stromspeicherung und das Einrichten eines Verbundnetzes eine technische Pionierleistung gewesen.

1600 Arbeiter auf Baustelle aktiv

Altmaier, der früher oft im Koepchenwerk als Student aushalf und durch seinen Vater als RWE-Angestellten viel vom Geschehen mitbekam, präsentierte einige Zahlen. 1600 Arbeiter waren während der Entstehung von 1927 bis 1930 auf der riesigen Baustelle beschäftigt. „Ich weiß bis heute nicht, wo die damals untergebracht wurden.“ Zudem zeigte er Fotos vom jungfräulichen Speicherbecken mit einem Fassungsvermögen von 1,6 Millionen Kubikmetern, von den 258 Meter langen Rohren am Hang (Durchmesser zwischen 2,55 und 3,20 Meter) sowie von den Pumpen und Turbinen. Er erinnerte auch den Schrägaufzug, an das Hengsteysee-Strandbad gegenüber mit Zehn-Meter-Sprungturm und an die Bäderbahn, die von der Haltestelle Hohensyburg abfuhr. „Die Schienen liegen heute noch da, man könnte also einen kleinen Eisenbahnbetrieb da wieder aufleben lassen.“

Viel scheint vorstellbar

In Richtung RWE gab es auch kritische Töne bei dem Vortrag. „Durch jahrelange Untätigkeit“ des Unternehmens seien Schäden an den Bauwerken entstanden. Altmaier zeigte fehlende Bleche bei den drei großen Buchstaben oberhalb der verblassten Rohre, bröckelnden Putz, Risse im Mauerwerk und undichte Stellen im Dach des Maschinenhauses. „Anstatt Geld für die Netze zur Sicherung auszugeben hätte man besser das Dach neu decken können.“ Auch die Infotafeln seien zum Teil zugewachsen, gleiches gelte für die ungepflegt erscheinende Aussichtsplattform oben am Hang. Damit richtete die Arbeitsgemeinschaft den Blick nach vorne. Als künftige Nutzungsideen seien Konzerte, Museumsbetrieb, Aussichtsterrasse, Tagungsstätte, Ankerpunkte für Wanderwege, Gastronomieansiedlung, Radstation, Mountainbikestrecke und vieles mehr denkbar.

„Das lässt sich aber nur gemeinsam umsetzen. Gut, dass auch die Hagener auf dem Ufer gegenüber die Fläche entwickeln wollen“, so Altmaier, der sich eines Tages gar das Ausrichten einer Landesgartenschau vorstellen kann. „Das Koepchenwerk ist eine ästhetische Landmarke und hat Herdecke viel gebracht, etwa Arbeitsplätze. Dieses technische Wunderwerk muss der Nachwelt erhalten bleiben und zugänglich gemacht werden.“

 
 

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