An der B54 in Herdecke wird’s noch enger

Die Baustelle am Herdecker Bach wird derzeit neu eingerichtet. Jetzt hat der Landesbetrieb Straßen NRW die Führung übernommen.
Die Baustelle am Herdecker Bach wird derzeit neu eingerichtet. Jetzt hat der Landesbetrieb Straßen NRW die Führung übernommen.
Foto: WP
Die Baustelle am Herdecker Bach in Herdecke geht in die zweite Phase. Nun sollen die Asphaltdecken auf einem Kilometer Länge saniert werden. Dazu muss allerdings weit mehr gesperrt werden als bisher.

Herdecke..  Der Verkehr vor der Feuerwache in Herdecke rollt, zwei Arbeiter ruckeln an den Warnbaken. Doch das Aufatmen der Autofahrer währt nicht lange. Denn nun folgt der 2. Bauabschnitt, Straßen NRW saniert zwischen Bahnüberführung und Wittbräucker Straße einen Kilometer Fahrbahn. Ein Unterfangen, dass die Hauptschlagader Herdeckes fast zum Erliegen bringen wird. „Es wird erhebliche Beeinträchtigungen und auch Staus geben“, sagt Uwe Mielke, Projektleiter bei Straßen NRW. Der Grund: Anders als bei den Kanalbaumaßnahmen muss für die Straßenarbeiten die Fahrbahn halbseitig gesperrt werden. „Wir benötigen eine andere Arbeitsbreite“, so Mielke.

Der schlechten Nachrichten noch nicht genug: Der optimistische Schlusstermin von Ende 2015, der noch auf dem Bauschild steht, wird nicht zu halten sein, weil die Kanalarbeiten länger gedauert haben, als geplant. „Wir mussten auf einem längeren Abschnitt tiefer als geplant aufbaggern, weil wir, so vermuten wir, auf das alte Bett des Herdecker Baches gestoßen sind“, erläutert Andreas Schliepkorte. Statt eines festen Untergrundes fand man in vier Metern Tiefe also extrem feuchten Boden und Flusskies. Kein Grund, auf dem ein neuer Kanal Halt findet. Also musste noch einen Meter tiefer gebuddelt und ein neuer Unterbau eingefüllt werden. „Das hat Zeit gekostet und auch Geld“, sagt Andreas Schliepkorte. Die veranschlagten Kanalbau-Kosten von einer Million Euro würden voraussichtlich um zehn Prozent steigen.

Zwei Monate später als geplant geht die Bauleitung nun von der Stadt an den Landesbetrieb Straßen über. Bis Mittwoch wird die Baustelle eingerichtet, dann startet die Asphaltfräse damit, den ersten Abschnitt abzutragen. Anders als geplant sollen die 1000 Meter Straße nun in zehn Bauabschnitten saniert werden. „Bei den ursprünglich angesetzten sechs Abschnitten hätten wir noch größere Verkehrsprobleme bekommen“, erklärt Projektleiter Uwe Mielke. Geregelt wird der Verkehr nun mit Ampeln, die den Verkehr einspurig an den jeweiligen Abschnitten von etwa 200 Metern vorbeifahren lassen.

An den ersten vier Bauabschnitten von der Bahnüberführung bis zur Ender Talstraße wird lediglich die Fahrbahndecke erneuert. Zwischen Ender Tal und Wittbräucke muss das beauftragte Unternehmen dagegen tiefer graben. „Hier muss bis zu einer Tiefe von 90 Zentimetern auch der Straßenaufbau erneuert werden“, so Baufachmann Mielke. „Und mit diesem Bauabschnitt kommen wir durch die Zeitverzögerung nun leider in eine Witterungsphase, die uns auch ausbremsen kann.“ Stoße man beim Auskoffern auf weichen Grund, könne der bei Regen ins Fließen kommen. „Dann steht die Baustelle still.“

Bis vier Grad plus

Problematisch könne zudem das Aufbringen der letzten Fahrbahndecke werden, für die an zwei Wochenenden eine Einbahnstraßen-Regelung über die gesamte Strecke geplant ist. „Da kommen wir in den Winter, können aber nur bei trockener Witterung und Temperaturen über 4 Grad arbeiten.“

Und warum das Ganze? Da hat Andreas Schliepkorte eine einfache Antwort: „Wir haben einen Kanal saniert, der die Abwässer der halben Stadt Richtung Kläranlage transportiert. Von dieser Baumaßnahme hat also fast jeder etwas.“

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