Alles dreht sich um das Eine

Carmen (Janina Weber) sucht Hilfe beim Psychologen (Heiko Gleichmann).
Carmen (Janina Weber) sucht Hilfe beim Psychologen (Heiko Gleichmann).
Foto: WP
Das Koffertheater aus Wetter probt für sein neues Stück „Suche impotenten Mann fürs Leben“. Regisseurin Sabine Gruß hat dafür den Gaby-Hauptmann-Bestseller aus den 1980er Jahren modernisiert und modifiziert. Die Komödie feiert am 8. März Premiere.

Wetter.. „Rrrrring, rrrring“ ruft Sabine Gruß den Darstellern auf der Bühne zu. Die greifen bei dem „Klingeln“ zum Telefon und spielen weiter. Noch probt das Ensemble des Koffertheaters nämlich ohne Technik – also ohne Musik, (Telefon-)Ton und Lichteffekte. Deswegen improvisieren Regisseurin Sabine Gruß und Regieassistentin Kirsten Gürster noch alle Geräusche und Melodien; denn Einsätze und Abläufe auf der Bühne müssen stimmig werden. Schließlich feiert das Ensemble in eineinhalb Wochen, am 8. März, Premiere mit der Komödie „Suche impotenten Mann fürs Leben“.

Zum Inhalt: Carmen ist von den Männern enttäuscht; denn die wollen ja sowieso immer nur das Eine. Deswegen gibt sie eine Anzeige auf: „Suche impotenten Mann fürs Leben“ - in der Hoffnung, dass ohne Sex eine harmonische Beziehung eher zu finden ist. Auf ihre Anzeige antworten mehrere Männer, die unterschiedlicher nicht sein können. Nach etlichen Dates mit potenziellen, aber nicht potenten Kandidaten, durchkreuzt der charmante David ihre Männerschau. Natürlich verschweigt er ihr, dass er nicht impotent ist . . .

Stoff modernisiert

„Schon vor Weihnachten haben wir mit den Proben begonnen“, erzählt Sabine Gruß. Zwei Mal in der Woche kommen seitdem alle, die an der aktuellen Produktion beteiligt sind, in der Lichtburg zusammen. Die Vorlage für das Stück lieferte Gaby Hauptmann Ende der 1980er Jahre mit ihrem gleichnamigen Bestseller. „Wir haben den Stoff modernisiert und modifiziert. Haben sozusagen den 80er-Jahre-Charme etwas rausgenommen, um das Ganze moderner zu machen“, verrät die Regisseurin. Schwierig seien zunächst die unfassbar vielen Ortswechsel gewesen: Denn mal spielt die Handlung in Carmens bzw. in Davids Wohnung, mal im Café, dann wieder in der Praxis des Psychologen oder bei der Esoterikerin. „Wir arbeiten aber nur mit einem Bühnenbild, das extrem variabel ist. Hauptdarstellerin Janina Weber baut Couch, Tische und Stühle immer wieder um, während sie auf der Bühne zum Publikum spricht. Ich glaube, das funktioniert“, sagt Sabine Gruß.

So kommen auch die Darsteller ganz ohne Vorhang aus, wenn sie von einer Rolle in die andere schlüpfen: Schnell die Perücke auf den Kopf und schon wird aus Frederick, dem Freund von Carmens Freundin Laura, ein Psychologe mit eigener Praxis. Das verlangt von den Darstellern ein hohes Maß an Flexibilität; denn oftmals wechseln sie sogar – nur angedeutet durch ein lautes Händeklatschen – von einem Ort zum anderen.

Turbulente Szenen

Was sich kompliziert anhört, ist für den Zuschauer überhaupt nicht so – ganz im Gegenteil: Witzige Dialoge und Szenen, eine quirlige Janina Weber in der Rolle der Carmen und ein ebenso witziger wie cooler Kris Köhler als durchgeknallter Kandidat garantieren echten Bühnenspaß. Ebenfalls mit von der Partie sind Denise Förster als Carmens Freundin Laura (und als Kellnerin und Kräuterhexe) sowie Heiko Gleichmann als Lauras Freund Frederik (und als Psychologe sowie als Graf von Kaltenstein).

Verraten sei nur soviel: Kris Köhler legt als David einen sehenswerten (Beinahe-)Striptease hin, während er sich für sein erstes Treffen mit Carmen aufbrezelt. Natürlich zum legendären Joe-Cocker-Hit „You can leave your hat on“. . .

Übrigens: Zehn Männer sind inzwischen dem Aufruf der Lichtburg gefolgt und haben ein Foto von sich eingeschickt - zu sehen sein werden diese Portraits als „Bewerberfotos“ an Carmens Pinnwand bei jeder Vorstellung. Weitere sind willkommen.

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