AG klärt weiter auf beim Kampf um Denkmal Koepchenwerk

Auch die SPD, hier vertreten durch Nadja Büteführ und Jan Schaberick, informierte am Stand der Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk Passanten über die Denkmal-Abrisspläne von RWE in Herdecke
Auch die SPD, hier vertreten durch Nadja Büteführ und Jan Schaberick, informierte am Stand der Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk Passanten über die Denkmal-Abrisspläne von RWE in Herdecke
Foto: WP
  • Zum zweiten Mal informiert Verein am Schiffswinkel
  • Immer noch sind viele nicht über Denkmal-Abriss im Bilde
  • Weitere Aktionen folgen im September

Herdecke..  Weiter im Einsatz für das Denkmal sind die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk. Trotz des nassen und windigen Wetters hatten sie am Wochenende einen kleinen Stand aufgebaut, um Passanten über den Abriss-Antrag für die alte Pumpspeicher-Anlage am Hengsteysee zu informieren.

Ein wenig erschrocken waren die Vereinsleute, dass viele immer noch nichts von den RWE-Plänen in Herdecke wussten. „Wir hatten heute Nachmittag einige Menschengruppen dabei, die zwar hier leben, denen aber nicht bekannt ist, was es mit dem Koepchenwerk überhaupt auf sich hat. Von Pfingsten bis jetzt hat sich nichts geändert“, sagte Margarete Burkhardt von der Arbeitsgemeinschaft. Mitte Mai hatte die AG zum ersten Mal am Schiffswinkel ihren Info-Stand aufgebaut.

Auch SPD übernimmt Stand-Dienst

An diesem gaben nun auch SPD-Mitglieder Auskunft über den Stand der Dinge. „Die Herdecker sind gegen den Abriss“, erklärt Jan Schaberick, der gemeinsam mit der Fraktionsvorsitzenden Dr. Nadja Büteführ Interessierten Rede und Antwort stand. Außenwerbung konnte an dem kleinen Stand mit blauem Dach nicht angebracht werden, das verhinderte der Regen und Wind. Daher verirrten sich nur wenige dorthin. Wie das Ehepaar Angelika und Michael Schröder aus Hagen, die den freien Tag zum Joggen nutzten: „Wir haben hier nur angehalten, weil wir dachten, es gibt Verpflegung hier“, sagt die Hagenerin scherzend.

Das sportliche Duo ist hier öfter unterwegs und stellte fest: „Die Gegend hier ist so schön. Eine tolle Landschaft. Vor allem auch die Industriekultur zieht doch einige hier her. So etwas zu erhalten, ist wichtig. Vielleicht sogar mit einer Gastronomie, denn die fehlt hier. Hier sind so viele Spaziergänger, Jogger und Radfahrer unterwegs, für die wäre ein Biergarten oder ähnliches doch wirklich eine Bereicherung. Denn wer sich nicht auskennt, findet hier doch nichts. Die Infrastruktur müsste einfach verbessert werden.“

Was aus dem Denkmal werden könnte, sofern es erhalten bleibt, das ist noch nicht konkret. Aber Überlegungen gibt es zur Genüge, wie Jan Schaberick erklärte: „Die große Halle könnte Konzerten dienen. Oder Ausstellungen.“ Neben einer kulturellen Nutzung nennt die Fraktionsvorsitzende „Gastronomie“ als weitere Nutzungsmöglichkeit. Schaberick: „Aber wir müssen jetzt erst einmal einen Schritt nach dem nächsten machen. Als erstes setzen wir uns für den Erhalt ein. Dann folgt die Überlegung, was aus dem alten Koepchenwerk gemacht werden könnte. Da hoffen wir auch auf Vorschläge und Ideen von den Bürgern. Und im nächsten Schritt wird erst einmal geprüft, was überhaupt umsetzbar und wie finanzierbar sein wird.“

Büteführ ist gespannt, wie es weiter geht: „Es heißt, in ein paar Wochen wird etwas beschlossen. Aber mehr wissen auch wir noch nicht. Von der wirtschaftlichen Seite aus kann man die RWE ja verstehen. Andererseits haben sie die Anlage auch Jahrzehnte lang verrotten lassen. Es wurde nichts investiert.“ Ihr Parteikollege ergänzt: „Man darf auch nicht vergessen, dass das Werk von vielen Stellen aus zu sehen ist. Das ist doch die beste Außenwerbung, die man überhaupt haben kann.“

Ausstellung und Preisverleihung

Um für noch mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, steht bei dem Verein einiges im Veranstaltungskalender. Für die Wanderausstellung „Neuer Nutzen in alten Industriebauten“ von Mittwoch, 31. August, bis Sonntag, 18. September, in der Ruhrgalerie im Kulturhaus Herdecke sowie bei der Langen Tafel am 10. September in der Fußgängerzone werden die Vereinsmitglieder ebenso weiter informieren wie tags darauf am Tag des Denkmals, wenn Aktionen am Hengsteysee geplant sind.

Und zwischenzeitlich hatte sich die Arbeitsgemeinschaft auch um einen Preis für Industriekultur beworben. Die Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur zeichnet Initiativen für ihr Engagement aus, ein zweiter Platz und die Teilnahme an einer Tagung am nächsten Wochenende sind das Resultat für die Herdecker. „Wir hoffen, bei der Tagung wertvolle Kontakte knüpfen zu können“, so Vorsitzende Regina Schrader, die auf eine nachhaltige Lösung für das Koepchenwerk hofft.

 
 

EURE FAVORITEN