51-Jähriger aus Wetter wegen Cannabis-Gärtnerei angeklagt

In einem Gärtchen an einem Mehrfamilienhaus fanden Nachbarn Cannbispflanzen. Ein 51-Jähriger aus Wetter musste sich wegen weiterer Delikte vor Gericht verantworten, erschien aber nicht zur Verhandlung.
In einem Gärtchen an einem Mehrfamilienhaus fanden Nachbarn Cannbispflanzen. Ein 51-Jähriger aus Wetter musste sich wegen weiterer Delikte vor Gericht verantworten, erschien aber nicht zur Verhandlung.
Foto: dpa
Bei einer Wohnungs-Durchsuchung fand die Polizei zahlreiche Cannabispflanzen. Nachbarn gaben den Hinweis, was nun zum Gerichtsprozess führte.

Wetter..  Eines Tages machten Wet­teraner eine merkwürdige Entdeckung im Gärtchen an ihrem Mehrfamilienhaus: Fein säuberlich umzäunt standen dort drei Cannabispflanzen. Die sollen ihrem 51-jährigen Nachbarn gehört haben. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei zahlreiche weitere Cannabispflanzen. Jetzt sollte der Prozess gegen den Wet­teraner vor dem Schöffengericht in Hagen beginnen. Aber der Angeklagte kam nicht. Der Amtsrichter gab dem Wetteraner genügend Zeit. Aber als der Mann auch nach dem zweiten Aufruf nicht erschien, war klar, dass er nicht mehr auftauchen würde.

Der Verschwundene hat unter kriminellen Gesichtspunkten betrachtet eine bewegte Vergangenheit: Vor zehn Jahren hatte er eine Brandstiftung hingelegt, aber seine Nachbarn gewarnt. Ein anderes Mal wurde er verurteilt, weil er Gegenstände von einer Brücke auf eine Autobahn geworfen hatte. Offenbar waren die Taten Folge seines exzessiven Drogenkonsums. Drei Jahre brachte er in einer Entzugsklinik zu. Von Erfolg kann der Aufenthalt nicht gekrönt gewesen sein, wenn die neuesten Vorwürfe gegen ihn stimmen sollten.

Aufzucht in Spezialschränken

Im konkreten Fall fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung im August 2014 in seiner Wohnung eine regelrechte Cannabisplantage: rund 70 Pflanzen. Die soll er in sogenannten Grow-Schränken aufgezogen haben. Das sind besondere Spezialschränke, die meistens zur professionellen Aufzucht der Pflanzen verwendet werden. Die Polizei beschlagnahmte die Pflanzen. Die Schränke beließ sie noch bei dem Wetteraner mit der Aufforderung, sie bald bei der Polizei abzugeben. Im Oktober schauten die Beamten bei ihm vorbei, um zu sehen, wann der gedachte, die Schränke abzugeben und fanden fünf Pflanzen.

Sieben Monate später soll der Angeklagte erneut unangenehm wegen eines Ladendiebstahls aufgefallen sein. Da er keinen Personalausweis dabei gehabt haben soll, eskortierten die Polizisten den Mann nach Hause. Sofort soll ihnen ein starker Cannabisgestank in die Nasen gestiegen sein. In der Wohnung standen wieder 16 Pflanzen.

Wo der Wetteraner momentan steckt, ist rätselhaft. Selbst sein Verteidiger hat gerade keinen Kontakt mehr zu dem Mann. Der Richter setzte daraufhin die Verhandlung bis auf weiteres aus.

 
 

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