Zwei Schulen werden schließen

Die Martinihauptschule schließt demnächst.
Die Martinihauptschule schließt demnächst.
Foto: www.blossey.eu
Das Interesse im Ratssaal war gestern groß. Viele verfolgten die Schuldiskussion im Fachausschuss. Am Ende kam es so, wie die SPD mit drei kleinen Fraktionen es wollte.

Wesel..  Die Entscheidung im Schulausschuss fiel denkbar knapp aus. Mit neun zu acht Stimmen (CDU) wird sich die Weseler Schullandschaft vorbehaltlich des Ratsvotums vor der Sommerpause in den nächsten Jahren deutlich verändern. Dafür sorgt die SPD-Fraktion zusammen mit den Grünen, den Linken sowie der WWW-Piraten-Fraktion.

Acht Eingangsklassen

Künftig wird es in der Kreisstadt keine Hauptschule mehr geben. Die Einrichtung an der Martinistraße bildet in diesem Jahr zum letzten mal neue Eingangsklassen und läuft damit aus. Auch die Realschule Mitte trifft es. Sie erhält zum Schuljahr 2016/2017 ebenfalls keine Eingangsklasse mehr. Die Konrad-Duden-Realschule bleibt in der bestehenden Form erhalten. Eine Stärkung erfährt die Gesamtschule Am Lauerhaas. Sie bildet demnächst acht Eingangsklassen und erhält eine Zweigstelle (Dependance-Standort) in der Stadtmitte. Die beiden Gymnasien werden von den Änderungen nicht tangiert. Damit sind in Wesel auch weiterhin alle Schulabschlüsse erreichbar, betonen die Befürworter dieser Lösung, die noch beispielsweise auch festlegten, dass auf ein vorgezogenes Anmeldeverfahren einzelner Schulen verzichtet wird.

F

ür den städtischen Haushalt handele es sich um die verträglichste Lösung, die zudem den Schulwahlwünschen in größtem Maße Rechnung trage, heißt es. Die Stadtverwaltung soll nun das Raumprogramm aller weiterführenden Schulen prüfen und die erforderlichen Abstimmungen vornehmen.

Enttäuscht hatte sich zuvor Ulrike Freund vom Stadtelternrat geäußert, die der Arbeitsgruppe „Zukunftsdialog“ zur Schulformdiskussion angehört. Schließlich habe man die Ergebnispräsentation dieses Gremiums gar nicht erst abgewartet und auch den Elternwillen und die damit verbundene Befragung geschickt umgangen. „Sie treten Ihre Wähler mit Füßen“, sagte sie. Viele Weseler Eltern würden vor den Kopf geschlagen.

Rechtliche Prüfung

Auch die CDU beklagte sich. Daniela Staude sagte: „Wir waren von den Informationen abgeschnitten.“ Und Linz bekräftigte: „Es gab Beratungen, an denen wir nicht teilnehmen durften.“ Er werde den Beschluss rechtlich prüfen lassen, kündigte er an. So könne man nicht mit den Fraktionen umgehen. Dabei schloss er die FDP mit ein.

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