Zu wenig Teilnehmer bei Weseler Rekordversuch mit Esel

Es war gar nicht so leicht, den Esel unversehrt ans andere Ufer zu bringen. Unterwegs zeigte er gewisse Emüdungserscheinungen.
Es war gar nicht so leicht, den Esel unversehrt ans andere Ufer zu bringen. Unterwegs zeigte er gewisse Emüdungserscheinungen.
Foto: FUNKE Foto Services
  • 300 Meter mussten die Helfer bis zum anderen Ufer des Auesees bewältigen
  • Die menschliche Brücke sollte zum 40. Jubiläum der Tauchsportgemeinschaft gebaut werden
  • Mitmachen durfte aus Sicherheitsgründen nur, wer einen Neoprenanzug trug

Wesel.. 150 Teilnehmer waren einfach zu wenig, um eine geschlossene Kette zu bilden. Diese wäre jedoch Voraussetzung für einen Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde gewesen. Von der einen Seite zur anderen Seite des Auesees sind es etwa 300 Meter – „also hätten wir auch 300 Leute gebraucht“, erklärt der Organisator und Sportwart der Tauchsportgemeinschaft Wesel, Ottmar Geddert. Enttäuscht sei er nicht: „Das sieht doch trotzdem gut aus!“

Dabei blickt er auf den See – der Esel hat ein Viertel der Strecke zurückgelegt. „Da drüben ist es relativ windig. Hoffentlich treiben sie nicht ab!“

Idee für lustigen Weltrekordversuch entstand beim Taucher-Jubiläum

Die Idee mit der „Human Bridge“, also der menschlichen Brücke, war anlässlich des 40. Vereinsjubiläums entstanden. Zum 25. Jubiläum habe man ein Schiff versenkt, später Bäume. „Wieder etwas zu versenken, das wäre jetzt echt langweilig gewesen“, sagt Geddert. Also kam die Idee, eine Brücke zu bilden. Erst habe man überlegt, dann einen Taucher über die Brücke zu reichen. Das hätte jedoch nicht funktioniert. Und da die Stadt Wesel auch 775. Geburtstag feiert – wieso nicht beide Jubiläen zusammen feiern?

Schnell stand fest: Es soll ein Esel sein, der über die Brücke gereicht wird. Ein passendes Exemplar – ein lebensgroßer, aufblasbarer Esel – wurde in England gefunden und bestellt. Doch bis der Versuch stattfinden konnte, musste einiges organisiert werden. Die Firma Hülskens stellte den Tauchern zwei Seile, die mit dem Technischen Hilfswerk über den See gespannt wurden. Sie dienten als Orientierungslinie für die Teilnehmer, um eine gerade Kette zu bilden. Um die Sicherheit der Teilnehmer kümmerten sich DLRG und Rotes Kreuz.

„Mitmachen kann nur, wer einen Neoprenanzug trägt“, erklärt Geddert. Denn sonst würde es den Teilnehmern, auch bei aktuell 24 Grad Wassertemperatur im Auesee, zu kalt. Daher waren es hauptsächlich Taucher und andere Wassersportler, die am Versuch teilnahmen. Mit dabei waren etwa Vereinsmitglieder aus Xanten, Geldern, Mönchengladbach, Hennef oder Haltern. Aus Wesel waren der Barakuda Club und der Kanu-Club dabei. Besonders schön: Neben den vielen Wassersportlern machte auch eine Gruppe mit 23 jungen Menschen der Lebenshilfe mit ihrem Betreuer mit.

Esel kippte immer wieder auf die Seite, kam aber am anderen Ufer an

Schon eine Viertelstunde, nachdem der Esel am Ufer gestartet ist, hat er die Mitte der Menschenkette erreicht. „Er ist in der Mitte!“, ruft Geddert ins Megafon. Zuschauer und Teilnehmer jubeln. „Aber er schwächelt ein bisschen“, kommentiert er und schaut auf den aufgeblasenen Esel, der immer wieder zur Seite kippt. Rund zehn Minuten später ist es dann soweit: Der Esel erreicht das Ufer am Tauchsteg. Geddert nimmt ihn entgegen.

Für die Teilnehmer war es trotz des gescheiterten Rekordversuchs ein schönes Erlebnis. „Es war schon etwas kalt im Wasser – aber auch lustig“, findet die 20-jährige Malin Stiepelmann. „Besonders toll finde ich, dass wir Vereine uns gegenseitig unterstützen können – das hat Spaß gemacht“, sagt die 54-jährige Evelyn Voßkuhle. Nach der Brücken-Aktion durften die Wassersportler noch den ganzen Tag lang kostenfrei tauchen.

 
 

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