„www - Die junge Alternative“ tritt in die Weseler SPD ein

Die politische Landschaft im Rat der Stadt verändert sich ab 1. Dezember. SPD dann mit einem Sitz mehr.
Die politische Landschaft im Rat der Stadt verändert sich ab 1. Dezember. SPD dann mit einem Sitz mehr.
Foto: Olaf Fuhrmann
  • Sein Ratsmandat nimmt Hilmar Schulz mit, auch die sachkundigen Bürger sind dabei
  • Die jungen Politiker möchten etwas bewegen, ab 1. Dezember soll die Änderung greifen
  • SPD-Parteivorsitzender und -fraktionschef Ludger Hovest freut sich über den Zuwachs

Wesel..  Paukenschlag in Wesels Parteienlandschaft: Die Partei „www - Die junge Alternative“ unter dem Vorsitz von Ratsmitglied Hilmar Schulz tritt geschlossen der SPD bei. Sein Ratsmandat nimmt er mit, und auch die sachkundigen Bürger werden künftig als Sozialdemokraten in den Fachausschüssen sitzen. Ein Dutzend engagierter junger Leute haben sich zu diesem Schritt entschlossen, der laut Schulz ohne Widerspruch diskutiert worden ist. „www“ bildete bislang mit den Piraten eine Fraktion, die nun zerfällt. Manfred Schramm (Piraten) wird dadurch zum Einzelkämpfer ohne Fraktionsstatus. Das Fraktionsbüro im Rathaus entfällt damit.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest hat gut lachen. Denn nicht nur seine Fraktion, auch seine Partei wird durch die Entscheidung der „www - Die junge Alternative“ größer. Hinzu kommt ein Dutzend junger Leute, alle unter 35, die in der Weseler Politik etwas bewegen möchten. Genau das nennt Hilmar Schulz auch als Grund für diesen Schritt: „Wir haben uns links und rechts umgeguckt und festgestellt, dass das mit der SPD möglich ist“. Die CDU sei lediglich deren Anhängsel. Es handele sich um eine politisch sinnvolle Option. Bislang könne man als www-Piraten zwar sticheln, aber nicht mitgestalten.

Man habe beispielsweise gemerkt, dass in der Schulpolitik einiges möglich sei. Nicht nur die zwölf www’ler ziehe es zur SPD, es gebe darüber hinaus durchaus weitere Interessierte, sagt Schulz.

Probleme mit den Piraten habe man im Übrigen nie gehabt. Im Gegenteil, man habe gut harmoniert und es gebe keinen Grund für böses Blut.

Hovest begrüßt die www-Entscheidung. Die SPD sei eine Volkspartei und die Wesel-Partei. Mit dem Zuwachs könne man eine breite Mehrheit abbilden und ein weiteres Ratsmandat sei damit auch verbunden.

Hilmar Schulz, der im Mai 2012 sogar für die Linken als Landtagskandidat angetreten war, gründete die Partei „www - Die junge Alternative“ im Sommer 2013. Dabei steht www nicht etwa für das Worldwide Web, sondern für Weselaner, Weseler und Weselinskis - die drei Bevölkerungsgruppen in Wesel, nach denen gern in Kategorien eingeteilt wird. Dabei lag der jungen Partei unter anderem gerade das freie W-Lan am Herzen, das es bislang in der Weseler Innenstadt immer noch nicht gibt. Vielleicht wird ja der Einfluss größer, wenn die www’ler demnächst ihre Stimme in der SPD erheben. Der überraschende Wechsel soll endgültig zum 1. Dezember wirksam werden.

 

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