Wollmonster gehen beim Bergrennen an den Start

Die Wollmonster vom Campingplatz Dingdener Heide mit ihrer behäckelten Rennkiste.
Die Wollmonster vom Campingplatz Dingdener Heide mit ihrer behäckelten Rennkiste.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
13 Frauen, die gerne handarbeiten, geben ihrem Hobby jetzt eine ganz rasante Note. Sie haben sich entschlossen, am Dingdener Bergrennen teilzunehmen. Die Kiste, in die eine von ihnen im Oktober steigen wird, ist natürlich bestrickend schön..

Hamminkeln..  Der Spaß ist garantiert, wenn sich die 13 Frauen jeden Dienstag zur gemütlichen Strick- und Häkelstunde auf dem Campingplatz Dingdener Heide treffen. Wollmonster haben sie sich genannt - und der Name ist Programm. Zumindest wenn man sich das bunte Gefährt anschaut, das die Damen in den vergangenen sechs Wochen ausgestattet haben. Doch nicht nur viele kleine Wollmonster zieren die „Kiste“, wie die Damen sie nennen, auch die Scheinwerfer, Rücklichter, die Klingel und sogar ein Blumenväschen samt Blüte sind gestrickt oder gehäkelt. Damit ist eines klar: Mit dieser Karre ziehen die Frauen bei ihrer Teilnahme am Dingdener Bergrennen am 11. Oktober garantiert alle Blicke auf sich.

Dass die Wollmonster zum Starterfeld gehören werden, ist Gisela Anhöck zu verdanken. Vor einigen Wochen hatte sie - eigentlich mehr als Scherz - gesagt, dass sie in so einer Rennkarre ganz schnell unten wäre. Sie sei schließlich „schön schwer“. Diesen Gesprächsfetzen hätten die Männer an der Theke der Campingplatz-Gaststätte Waldschänke sofort aufgegriffen. Sie bauten kurzerhand das Mobil - und überließen den Rest den Frauen. Die haben seither die Nadeln glühen lassen, um dieses Gefährt zu verschönern. Viele unterschiedliche Teile in bunten Farben und Techniken zieren mittlerweile die hölzerne Verkleidung.

Mit Strickausweis

Es gibt sogar ein richtiges Nummernschild - natürlich auch aus Stoff. „WES - DH 3“ steht darauf und bezieht sich auf das dreijährige Bestehen der Wollmäuse und ihr Zuhause. Das ist für die 13 fleißigen Handarbeiterinnen der idyllisch gelegene Campingplatz Dingdener Heide am Bußter Weg. Immer dienstags treffen sie sich für zwei Stunden zum Stricken oder Häkeln in der Waldschänke, die Gisela Anhöcks Tochter Claudia Sbai betreibt. Manchmal gibt’s Kaffee und Kuchen dazu, oder einfach nur ein kühles Getränk. Bei schönem Wetter sitzen die Frauen auch gerne draußen. „Alle handarbeiten gerne und wir wollten uns außerdem auch mal regelmäßig treffen“, erklärt die gebürtige Duisburgerin die Beweggründe.

Fleißig klappern nun seither die Nadel und die Frauen geben sich bei schwierigen Mustern gegenseitig Tipps und Ratschläge. „Unsere Josefa ist die Maschen-Feuerwehr“, erzählt Gisela Anhöck. „Gott sei Dank, dass wir sie haben“, fügen die anderen Frauen sofort hinzu. „Sie rettet jeden Socken und jedes Teil.“ Einen richtigen Strickausweis haben die Damen im Alter zwischen 50 und 76 übrigens auch: eine kleine Mini-Socke mit gekreuzten Stricknadeln. Aber wehe, wenn eine der Teilnehmerinnen in der Ruhe das Markenzeichen vergessen hat. Dann muss ein Strafgeld in den „Pott“ gezahlt werden. Der ist, wie kann es anders sein, natürlich auch gestrickt.

Schon lange stricken und häkeln die Camperinnen nicht mehr ausschließlich für sich oder ihre Familien. Ihre Arbeiten sind ein begehrtes Geschenk bei den regelmäßig stattfindenden Oster- und Martinsmärkten.

Über eine Frage konnten sich die Frauen bislang noch nicht verständigen: Wer steuert am 11. Oktober die Rennkarre? Wahrscheinlich wird der Platz ausgelost.

 
 

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