Wohnmobile müssen draußen bleiben

So sieht es auf dem Wohnmobilstellplatz in Rees aus, der bereits zweimal erweitert wurde und 2012 ein drittes mal größer werden soll.
So sieht es auf dem Wohnmobilstellplatz in Rees aus, der bereits zweimal erweitert wurde und 2012 ein drittes mal größer werden soll.

Wesel.. Lange wurde diskutiert, passiert ist bis heute nichts. Und es wird sich wohl auch nichts so schnell ändern, wie SPD-Fraktionschef Ludger Hovest auf Anfrage der NRZ sagte. Ein Wohnmobilstellplatz rentiert sich für die Stadt nicht, sagt er.

Immer wieder hatten sich potenzielle Betreiber einer solchen Einrichtung auf dem Rheinbad-Parkplatz zwischen Welcome-Hotel und Flugplatz Römerwardt gemeldet. Immer wieder seien sie abgesprungen, so Hovest. Den Grund nennt er gleich mit: Die Ersteinrichtung eines Wohnmobilstellplatzes mit Wasser, Strom und Entsorgungseinrichtungen koste etwa 50 000 Euro. Bis sich die Investition amortisiert habe, dauere es Jahre.

Ein privater Investor könne das Vorhaben gern in Angriff nehmen, sagt der Sozialdemokrat. Außerdem verweist er auf Wohnmobil-Stellplätze auf der Grav-Insel. Und auf dem Parkplatz zwischen alter Eisenbahnbrücke und Welcome-Hotel könnten Wohnmobilisten für eine Nacht Station machen, wenn auch ohne die entsprechende Infrastruktur.

Derweil listet ein Wohnmobilstellplatzführer am Niederrhein über 30 Kommunen auf, die über eine derartige Anlage verfügen - von Bedburg-Hau bis Xanten. Auch Rees gehört dazu. Mit fünf Plätzen wurde begonnen. Schnell folgte 2006 die Erweiterung auf zwölf und 2008 schließlich auf 40 Einheiten. Nutzten anfangs 857 Wohnmobilisten jährlich das Angebot, waren es 2009 be­reits 4075. Hier können Strom und Wasser genutzt sowie Abwasser und Abfall entsorgt werden. Durch die Nähe zum Schwimmbad besteht die Möglichkeit, die dort vorhandenen sanitären Anlagen zu nutzen. Für den Stellplatz müssen sechs Euro pro Übernachtung gezahlt werden. Das entsprechende Ticket gibt es an einem Automaten. Fürs Duschen kommen 75 Cent hinzu, für die Toilette 25 Cent.

Ludger Beltermann von der Stadtverwaltung Rees freut sich über die positive Entwicklung, und so ist die nächste Erweiterung für 2012 bereits ins Auge gefasst. Dabei verweist er auf eine Untersuchung des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts München. Danach lässt jeder Wohnmobilist durchschnittlich 45 Euro pro Tag vor Ort.

Am Dinslakener Rotbachsee gibt es ebenfalls einen Stellplatz, und zwar für acht bis zehn Mobile; allerdings keine Ver- und Entsorgungsstation. Darüber hinaus ist das Areal teilweise nicht nutzbar, weil hier Schützenfeste und andere Veranstaltungen stattfinden.

 
 

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