Winterpause für den Quertreiber

Mit einiger Mühe holten die Helfer des THW den kleinen Quertreiber ans Ufer.
Mit einiger Mühe holten die Helfer des THW den kleinen Quertreiber ans Ufer.
Foto: Christoph Karl Banski
Die kleine Lippefähre kommt für den Winter aufs Trockene. Zahlreiche Radfahrer haben sie im Sommer genutzt, um den Fluss zu passieren. Ganz ohne Widerstand ging das nicht ab, das Boot wiegt satte vier Tonnen.

Wesel..  Wenn die Blätter von den Bäumen fallen und Radfahrer Mützen tragen, ist es wieder so weit: Der „Quertreiber“, die kleine Lippefähre, kommt in ihr Winterquartier. Bevor sie in die Schillkaserne gerollt werden konnte, mussten die ehrenamtlichen Helfer des technischen Hilfswerks das beliebte Gefährt aus dem Wasser holen.

Hört sich leichter an als es ist, denn die unscheinbare kleine Fähre, mit der sechs Personen inklusive Fahrräder die an dieser Stelle 34 Meter breite Lippe überqueren können, wiegt satte vier Tonnen.

Wasserstand ist zu niedrig

Auf einem eigens für den „Quertreiber“ angefertigten Bootstrailer soll sie aus dem Wasser gezogen werden. Dabei kommt es auf das Timing an, denn einmal von ihren Ketten befreit, wird Fähre zum Spielball der Strömung. „Die Lippe ist zwar ein kleines Flüsschen, aber nicht zu unterschätzen“, warnt Helmut Rommel, der als Fährbeauftragter der Stadt Wesel die Aktion beobachtet.

Der Plan klingt einfach: Der Bootstrailer wird so weit ins Wasser gefahren, bis er unter dem Boot steht. Die Realität scheint ihn allerdings zu durchkreuzen. „Der Wasserstand ist zu niedrig, wir kommen nicht unter die Fähre“, befürchtete Thomas Gerlach vom THW. Aber darauf waren die Techniker selbstverständlich vorbereitet, schließlich holen sie den „Quertreiber“ bereits zum neunten Mal aus dem Wasser.

Ein Kran stand schon bereit, um die Fähre vorne anzuheben, mit einer Seilwinde sollte sie anschließend auf den Anhänger gezogen werden. Millimeter für Millimeter schoben die Helfer die Fähre in die richtige Position und kämpften dabei gegen die Strömung. Dann die Überraschung: Der „Quertreiber“ schaukelte sanft über den hinteren Bereich des Trailers. Sofort wurde das Seil befestigt, der Rest war Routine.

Winterquartier Schillkaserne

In der Schillkaserne wird der Rumpf der Fähre während des Winters von Algen, Schmutz und dem alten Lack befreit. Außerdem erhält sie einen neuen Schutzanstrich. Und auch die eine oder andere Reparatur dürfte anstehen, denn immerhin nutzen die Fährverbindung an schönen Sommertagen bis zu 700 Personen, darunter viele Pendler, denn die Radroute über die Lippe ist die kürzeste Verbindung von Obrighoven nach Friedrichsfeld.

Im kommenden Jahr, eine Woche vor Ostern, wird die Lippefähre „Quertreiber“ wieder zu Wasser gelassen.

 
 

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