Wildschweine pflügen Felder und Straßenränder in Hünxe um

Wildschweine richten sie auf Äckern größere Schäden an.
Wildschweine richten sie auf Äckern größere Schäden an.
Foto: Markus Weißenfels
  • Beschwerdeanrufe erreichen Förster Michael Herbrecht täglich
  • Jede Nacht sind die borstigen Viecher in der Umgebung von Hünxe auf Futtersuche
  • Auch in der Nähe von Schnellrestaurants treiben sich die Tiere gerne herum

Hünxe.. Das Feld an der Bergerstraße, kurz vor der Auffahrt zur A3, ist gründlich umgepflügt. Rasen unten, Erde oben. Und es ist nicht das einzige Feld, das in Hünxe derzeit so aussieht.

Die Beschwerdeanrufe erboster Gartenbesitzer oder Landpächter erreichen Förster Michael Herbrecht täglich. Wildschweine wühlen derzeit die Grünflächen im Golddorf um – eine Sauerei, finden viele Besitzer.

Wildschweine sind in jeder Nacht auf Futtersuche

Jede Nacht sind die borstigen Viecher auf Futtersuche. Sie drehen die Felder auf links, durchpflügen die Grünstreifen an Straßenrändern. Es gibt, so sagt Herbrecht, derzeit einfach zu viele Wildschweine. Der Grund: Die Tiere finden im Wald seit einiger Zeit eine überreich gedeckte Tafel vor.

Es gibt eine Bucheckern- und Eichel-Schwemme, erklärt Herbrecht. Die Tiere können sich rund und satt futtern – und bekommen, so hat es die Natur eingerichtet, auch mehr Nachwuchs. „Statt fünf bis sechs hat eine Bache nun acht Frischlinge“, weiß Herbrecht.

Gärten, Grünanlagen und Felder als Futterquelle

Und die wollen alle satt werden. Was ja angesichts der vielen Bucheckern und Eicheln kein Problem wäre. Allerdings müssen die Tiere, wenn sie davon zu viel futtern, Eiweiß zu sich nehmen.

Eiweiß ist etwa in Mäusen, Larven und Egerlingen enthalten – die nun einmal in Grünflächen zu finden sind. Für deren Besitzer ist das mehr als nur ein ästhetisches Problem: Wer auf seinem Land Futter für sein Vieh anbaue, könne die Ernte nach dem schweinischen Besuch möglicherweise vergessen, so Herbrecht.

Verpackungsreste an Schnellrestaurants ziehen Wildschwein an

Auch in der Nähe von Schnellrestaurants treiben sich die Tiere gerne herum. „Die Packungen, die massenhaft aus dem Fenster geworfen werden, sind möglicherweise leer – riechen aber immer noch sehr gut“, weiß der Förster. Immer wieder gerieten die Tiere auch auf Straßen – eine echte Gefahr.

Die Jäger im Kreis Wesel haben das Thema auf dem Schirm. In den vergangenen Tagen fanden wieder Drückjagden statt. Insgesamt seien in diesem Jahr im Rotwildbezirk Hünxe (zwischen A31, A3, A2 und Lippe) schon 130 Wildschweine erlegt worden, 200 sollen es bis zum Ende des Jagdjahres im März werden, so Herbrecht. Allerdings sind die Schweinchen schlau: „Manchmal sieht man, dass sie komplette Feldränder umgegraben haben, nicht die Mitte.“ Denn am Feldrand bieten Büsche Deckung.

Gefährlich seien die Tiere im Regelfall nicht, auch nicht die Bachen, versichert der Förster. „Die haben noch mehr Angst als Sie selbst.“

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