Wichtige Hilfe in Mehrhoog

Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma

Hamminkeln.  Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen, haben sie oft nicht viel mehr dabei als die Dinge, die sie am Leib tragen. In der Mehrhooger Kleiderkammer, die sich in den Kellerräumen der Feuerwehr befindet, bekommen sie dann eine Grundausstattung. Interessierte Bürger konnten sich die Kleiderkammer am Samstagnachmittag anschauen und sich das Prinzip erklären lassen.

Wenn ein Flüchtling in die Kleiderkammer kommt, dann gibt es für ihn zunächst eine Karte. Darauf: Symbole von Kleidungsstücken – Hose, Schuhe, Pullover und Jacke zum Beispiel, jeweils in der Anzahl, die ihm zusteht. So ist die Hose zweimal abgebildet. Die Abbildungen auf der gesamten Karte stellen die Grundausstattung dar, die ein Flüchtling von der Kleiderkammer bekommt. Die Person wird zu Beginn namentlich registriert und mit einer Nummer ausgestattet: Diese Nummer findet man auf der Kleiderkarte wieder, sie wird aber auch mit einem kleinen Aufkleber auf den Personalausweis geklebt. Das soll verhindern, dass eine Person sich mehrere Karten geben lässt. „Wenn auf der Karte alles durchgestrichen ist, dann ist die Grundausstattung erst einmal vollständig“, erklärt Walburga Kraayvanger von der Initiative „Mehrhoog hilft“, die die Kleiderkammer betreibt.

Nachdem diese formellen Schritte erledigt wurden, können Kleidungsstücke ausgesucht werden. Dabei gibt es für den Flüchtling eine Eins-zu-eins-Betreuung durch die ehrenamtlichen Helfer, denn sie können beraten und kennen sich mit der Sortierung der Kleidung aus. Die lagert in großen Regalen, Jacken hängen an Kleiderstangen und sogar eine kleine Umkleide-Kabine gibt es – fast wie in einem Geschäft.

Herrengrößen S und M sind gefragt

Oftmals werden nicht alle Teile der Grundausstattung bei einem Besuch gefunden. Besonders an Herrenkleidung in den kleinen Größen S und M mangelt es immer. Auch Schwangerschaftsmode wird von vielen Frauen benötigt und kann gerne gespendet werden. Wenn ein Kind geboren wird, dann gibt es auch für die Babys eine Grundausstattung: Erstlingspakete mit Kleidung, manchmal auch einem Fläschchen. Kindern geben die Helfer oft Spielzeuge oder etwas Süßes mit.

Insgesamt 38 freiwillige Helfer betreiben die Kleiderkammer, immer im Wechsel. Damit die Verständigung funktioniert, sind auch Helfer dabei, die arabisch und französisch sprechen. „Aber auch mit Händen und Füßen klappt das meist – wenn auch nicht immer auf Anhieb“, erzählt Kraayvanger lächelnd. Am 14. Oktober öffnete die Kleiderkammer zum ersten Mal, die vergangenen Wochen waren sehr stressig für das Team: Anfangs gab es keine Heizung, keinen Strom und teilweise keinen Boden. Es wurde mehrfach umgebaut und am Anfang musste sehr viel sortiert werden: „Wir mussten nach zwei Tagen die Kleider-Annahme erst einmal stoppen, weil wir so viele Spenden bekommen haben – teilweise sogar noch neue Sachen“, so Kraayvanger.

 
 

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