Weseler Bürgerinitiative denkt an Klage

Ländliche Idylle an der Hamminkelner Landstraße mit Bahnlärm, der sich mit der steigenden Güterzuganzahl auf der Betuwe-Linie noch steigern wird.
Ländliche Idylle an der Hamminkelner Landstraße mit Bahnlärm, der sich mit der steigenden Güterzuganzahl auf der Betuwe-Linie noch steigern wird.
Foto: WAZ FotoPool
Seit 20 Jahren kämpfen die Niederrheiner für den Lärmschutz und die Sicherheit entlang der Güterverkehrsstrecke Betuwe - bislang ohne Erfolg. Die Bürgerinitiative „Betuwe - so nicht“ sieht schwarz und nur noch die Klage als Ausweg.

Wesel.  8000 Menschen haben Einspruch gegen die Betuwe-Pläne eingelegt, davon allein gut 2500 aus Wesel. Darauf ist der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Betuwe - so nicht“, Gert Bork, zwar stolz, doch ob die Unterschriften auch etwas nutzen? Gert Bork hat ganz große Zweifel angesichts der Bahn-Äußerungen und Schreiben, die bei ihm eingehen. „Die Bahn macht hier tolle Veranstaltungen, um hinterher alles abzuschmettern. Das soll Bürgerbeteiligung sein?“ ärgert sich der Feldmarker, der selbst unmittelbar an der Betuwe-Strecke wohnt. Er jedenfalls ist „furchbar enttäuscht“, sieht nur noch den Klageweg als Möglichkeit, das Beste für die betroffenen Bürger zu erreichen.

Das Antwortschreiben der Bahn-Lärmschutzbeauftragten Ines Jahnel hat dazu einiges beigetragen. Denn zum zigsten Mal werde darin betont, dass die Bahn sich an Gesetze halte und man leider nichts machen könne. Die von den Menschen an der Bahnstrecke gewünschte Suche nach Lösungen bleibt aus - zumindest hier am Niederrhein. Anderenorts, etwa am Oberrhein oder im Bereich Timmendorfer Strand, würden teils komplett neue Umfahrungen geplant oder zusätzlicher Schallschutz. Und vor unserer Haustür? Eine bürgerfreundliche Einstellung sieht anders aus, zumal alle bisherigen Einwendungen im Planfeststellungsverfahren beiseite gefegt worden seien. Bork macht der Bahn erneut das Angebot einer konstruktiven Zusammenarbeit, scheint aber selbst nicht mehr so recht daran zu glauben.

In der nächsten Woche tagt der Arbeitskreis Betuwe, danach werde man wohl mehr wissen. Bork möchte möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mobilisieren und auf Klagen einstimmen. Je mehr es würden, desto günstiger käme die Angelegenheit. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg habe die Bahn dazu verdonnert, zumindest Alternativen zu prüfen. Und in Bochum sei für vorhandene Strecken Lärmschutz erreicht worden. „Es geht anscheinend nur über die Gerichte“, mutmaßt Gert Bork. „Kein Dialog, keine konstruktive Zusammenarbeit, nichts“, sagt er verbittert. Stattdessen „alles abschmettern, fertig“. Die Bürgerinitiative müsse umdenken.

 
 

EURE FAVORITEN