Was wird aus dem Preußen-Museum in Wesel?

Jetzt geht es drum.
Jetzt geht es drum.
Foto: NRZ

Wesel.. Dass für das in Geldnot geratenen Preußen-Museum in Wesel ein neues Konzept her muss, ist klar. Überlegungen gehen dahin, es in das zentrale Niederrhein-Museum umzuwandeln - mit einer Strahlkraft bis ins Ausland.

Am kommenden Donnerstag im We­seler Kulturausschuss (16.30 Uhr, Rathaus), am 16. März im Kulturausschuss des Landschaftsverbandes und schließlich die Landesregierung. „Niederrhein“ könnte das Stichwort lauten, auf das die Sache hinausläuft: das Preußen-Museum in Wesel als ein Haus über und für die Region und darüber hinaus mit Strahlkraft bis hin ins Ausland, nach Holland, Frankreich, Spanien, wie Museumsleiter Veit Veltzke meint. Eine Riesenchance zu­gleich für die Stadt Wesel, pflichtet ihm Kulturdezernent Dirk Haarmann bei.

Alles hängt
am Geld

Ins Rollen gekommen ist die Sache durch finanzielle Probleme der Stiftung Preußen-Museum NRW. 400.000 Euro an Betriebskostenzuschüssen sind erforderlich, um Ertragsausfälle aus dem Stiftungsvermögen auszugleichen, die auf die Niedrigzinsphase zurückgeführt werden. Die Hälfte davon sollte vom Land kommen, aber danach sieht es nun nicht mehr aus, und einer der beteiligten Landschaftsverbände will Geld zurück.

Es bleibe wohl nur ein Zugriff aufs Stiftungsvermögen, meint Haarmann. Das aber verschlimmert die Lage noch. Einsparungen seien be­reits vorgenommen worden, mehr gehe nicht, sagt Veltzke und merkt an, dass seit Jahren keine eigenen Mittel für Ankäufe und Sonderausstellungen zur Verfügung stehen.

Es braucht also dringend Geld. Gut, sagt das Land, aber nur, wenn ihr mit einem überzeugenden, tragfähigen Konzept eine Zukunftsperspektive aufzeigt. Da sind nun die Landschaftsverbände Rheinland für Wesel und Westfalen-Lippe für den zweiten Mu­seumsstandort Minden gefordert, die als getrennte Träger beider Häuser fungieren könnten. Machbarkeitsstudien stützen, was Geschäftsführung und Museumsleitung als Perspektive entwickelt haben: Wesel könnte die Geschichte des Niederrheins thematisieren - „nicht als Provinzmuseum, sondern mit einer europäischen Dimension“, so Veltzke. Die Geschichte würde hier quasi beginnen, wo sie in Xanten aufhört. Preußen wäre ein Teil davon.

Ob das Museum dann bei seinem Namen bleibt?

Geographie, Geologie, der Kul­turraum Niederrhein - es gäbe auf Sicht vielerlei Ansätze für Ausstellungen und Veranstaltungen. Wesel könnte endlich seine auch über die Stadt hinaus bedeutenden Kulturschätze integrieren, stellt Haarmann sich vor - anknüpfend an die alte Stadtmuseumsdiskussion. Es könnte „eine Art Museumszentrum“ entstehen, so Haarmann, wozu allerdings eine „räumliche Vergrößerung“ nötig wäre. Und Wesel könnte, meint Veltzke, die „Marktführerschaft für den Niederrhein“ übernehmen. Ideen gebe es genug, aber die kosten Geld. Die Stadt könne dies alles weder selbst gestalten noch finanzieren, sagt Haarmann.

Käme es so, bliebe das Preußen-Museum dann bei seinem Namen? Darüber müsse man sich noch den Kopf zerbrechen, so Veltzke.

 
 

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